Wenn sich Christopher Nolan eines Stoffes annimmt, sind die Erwartungen hoch. Nach Filmen wie „Oppenheimer“, „Inception“ oder „Tenet“ widmet sich der Regisseur nun Homers antiker Sage von Odysseus – und präsentiert erstmals bewegte Bilder zu seinem neuen Kinoprojekt „Die Odyssee“. Der veröffentlichte Trailer markiert den offiziellen Auftakt für eines der ambitioniertesten Filmvorhaben der kommenden Jahre.
Schon im Vorfeld sorgte die Produktion für Aufmerksamkeit. Nicht nur wegen des geschätzten Budgets von rund 250 Millionen Dollar, sondern auch aufgrund eines kreativen Meilensteins: „Die Odyssee“ wurde vollständig mit IMAX-Kameras gedreht. Für Nolan, der seit Jahren als Verfechter des Formats gilt, ist das ein logischer, aber dennoch historischer Schritt.

Ein Trailer, der Größe verspricht
Der erste Trailer setzt klar auf Atmosphäre statt Erklärung. Gewaltige Landschaften, kriegerische Auseinandersetzungen und mythische Motive dominieren die Bilder. Im Zentrum steht Matt Damon als Odysseus, ein Mann zwischen Ruhm, Schuld und Überlebenswillen. Dialoge bleiben spärlich, die Inszenierung wirkt bewusst monumental.
Begleitet wird Damon von einem auffällig prominenten Ensemble. Anne Hathaway verkörpert Penelope, die in Ithaka zurückgebliebene Ehefrau. Tom Holland übernimmt die Rolle des Sohnes Telemachus, während unter anderem Charlize Theron, Zendaya und Robert Pattinson weitere zentrale Figuren darstellen. Die Besetzung unterstreicht den Anspruch, Homers Stoff nicht nur neu zu erzählen, sondern ihm zeitgenössische Wucht zu verleihen.

Ein beteiligter Stuntman sprach im Umfeld der Produktion von „dem Epos aller Epen“. Diese Formulierung wurde schnell aufgegriffen und prägt nun auch die öffentliche Wahrnehmung. Der Trailer selbst bestätigt zumindest, dass Nolan keine kleine, intime Interpretation anstrebt, sondern ein bewusst großes Kinoereignis.
Homers Mythos und ein Kinoereignis für 2026
Inhaltlich folgt „Die Odyssee“ dem klassischen Kern der Vorlage. Nach dem Trojanischen Krieg begibt sich Odysseus auf eine jahrelange Heimreise, die ihn über fremde Länder und durch übernatürliche Prüfungen führt. Monster, Götter und innere Konflikte stehen dabei ebenso im Fokus wie der Zerfall seiner Gefolgschaft.
Parallel dazu zeigt der Film die Situation in Ithaka. Penelope und Telemachus gelten als Hinterbliebene eines vermeintlich gefallenen Helden und müssen sich gegen Freier behaupten, die den Thron an sich reißen wollen. Dieser doppelte Erzählstrang gehört zu den zentralen Elementen des Epos und findet laut Trailer auch in Nolans Version deutlich Raum.
Der Kinostart ist für den 16. Juli 2026 angesetzt. Ob sich der enorme finanzielle und technische Aufwand auszahlt, bleibt offen. Der erste Trailer legt jedoch nahe, dass „Die Odyssee“ weniger als klassische Literaturverfilmung gedacht ist, sondern als visuelles Großprojekt, das Homers Geschichte für ein modernes Kinopublikum neu erfahrbar machen soll.