Nach Vampiren wendet sich Robert Eggers der nächsten klassischen Horrorgestalt zu. Mit „Werwulf“ erzählt der Regisseur von „The Witch“, „The Northman“ und „Nosferatu – Der Untote“ eine Geschichte über einen verfluchten Bauern im mittelalterlichen England – und der neue zweite Trailer macht deutlich, dass Eggers dabei wenig Interesse an den üblichen Regeln moderner Werwolffilme hat.
Aaron Taylor-Johnson spielt die zentrale Figur, einen namenlosen Bauern, der mit einem Fluch lebt und nach Erlösung sucht. Lily-Rose Depp verkörpert seine Ehefrau, während Willem Dafoe als Jäger auftritt. Focus Features beschreibt „Werwulf“ als Geschichte über Hingabe, Verdammnis und das Böse im Inneren des Menschen.
Taylor-Johnson, Depp und Dafoe arbeiteten bereits bei „Nosferatu – Der Untote“ mit Eggers zusammen. Wer noch einmal auf den vorherigen Horrorfilm des Regisseurs zurückblicken möchte, findet auf Cinetrend unseren ausführlichen Beitrag zu „Nosferatu – Der Untote“.
Ein verfluchter Bauer statt eines klassischen Film-Werwolfs
Die Handlung spielt in England um das Jahr 1300. Eine geheimnisvolle Bedrohung versetzt eine ländliche Gemeinschaft in Angst, während alte Vorstellungen von Wölfen, Flüchen und dem Übernatürlichen immer realer erscheinen.
Robert Eggers hat inzwischen deutlich mehr über Taylor-Johnsons Figur verraten. Der Schauspieler spielt einen Bauern, der verflucht ist und versucht, durch die Liebe Erlösung zu finden. Einen Namen besitzt seine Figur nicht – tatsächlich erklärte Eggers, dass keine menschliche Figur des Films einen Namen trägt. Die einzige Ausnahme ist ein Hund.
Lily-Rose Depp spielt die Ehefrau des Bauern und Mutter mehrerer Kinder. Auch ihre Figur arbeitet auf dem Hof. Eggers bezeichnete sie als emotionales Zentrum der Geschichte. Willem Dafoe verkörpert dagegen einen Jäger.
Zum erweiterten Cast gehören außerdem Ralph Ineson, Jack Morris, Jan Bijvoet, Ritchi Edwards und Bodhi Rae Breathnach.

Bildquelle: Lily-Rose Depp
Lizenz: CC BY-SA 4.0

Bildquelle: Willem Dafoe
Lizenz: CC BY-SA 4.0
Keine Silberkugeln und keine Werwolfbisse
Besonders interessant ist Eggers’ Umgang mit der Werwolf-Mythologie.
Der Regisseur orientiert sich nicht an vielen Regeln, die Hollywood später mit Werwölfen verbunden hat. Die Vorstellung, dass ein Biss automatisch einen neuen Werwolf erschafft, oder dass sich die Kreatur mit Silberkugeln bekämpfen lässt, spielt laut Eggers in der Mythologie von „Werwulf“ keine Rolle.
Stattdessen beschäftigten sich Eggers und Co-Autor Sjón intensiv mit historischen Überlieferungen. Für England waren entsprechende Quellen vergleichsweise begrenzt. Eggers führt das unter anderem darauf zurück, dass Wölfe dort im Mittelalter stark zurückgedrängt wurden. Deshalb bezog die Recherche auch Überlieferungen aus anderen Teilen Europas ein.
Das verbindet „Werwulf“ auch thematisch mit „The Northman“, den Eggers ebenfalls gemeinsam mit Sjón schrieb. Auf Cinetrend findet Ihr unsere ausführliche Kritik zu „The Northman“, in der wir bereits auf Eggers’ ungewöhnlich detailreiche historische Inszenierung eingegangen sind.
Aaron Taylor-Johnson bereitete sich mit einem echten Wolf vor
Für die körperliche Darstellung der Verwandlung betrieb Aaron Taylor-Johnson erheblichen Aufwand.
Eggers erklärte, dass der Schauspieler über Monate hinweg an den Bewegungen arbeitete. Während der Vorbereitung verbrachte Taylor-Johnson außerdem Zeit mit einem echten Wolf, um dessen Verhalten zu beobachten. Bei der eigentlichen Produktion kamen auch Wolf-Hund-Hybride zum Einsatz.

Bildquelle: Aaron Taylor-Johnson
Lizenz: CC BY-SA 2.0
Der zweite Trailer zeigt Teile dieser körperlichen Transformation, hält die endgültige Gestalt des Werwolfs aber weiterhin weitgehend zurück. Bereits beim ersten Marketingmaterial hatte Eggers angedeutet, dass er – ähnlich wie bei Graf Orlok in „Nosferatu“ – die vollständige Kreatur nicht frühzeitig enthüllen möchte.
Die Figuren sprechen Mittelenglisch
Auch sprachlich geht „Werwulf“ einen ungewöhnlichen Weg.
Die Dialoge wurden in Mittelenglisch geschrieben. Eggers und Sjón arbeiteten dafür nach Aussage des Regisseurs mit zwei Professoren der Universität Oxford zusammen. Anschließend wurde die Aussprache gemeinsam mit einem Dialektcoach so angepasst, dass sie für heutige englischsprachige Zuschauer verständlicher bleibt.
Damit setzt Eggers eine Arbeitsweise fort, die bereits seine früheren Filme geprägt hat: Sprache, Ausstattung und gesellschaftliche Vorstellungen sollen möglichst eng mit der jeweiligen historischen Epoche verbunden sein.
Wie diese Besonderheit in der deutschen Synchronfassung umgesetzt wird, ist bislang nicht bekannt.
35 Millimeter und ein ungewöhnlich schmutziger Look
Auch visuell setzt „Werwulf“ auf eine sehr eigenständige Gestaltung.
Kameramann Jarin Blaschke, Eggers’ langjähriger Partner hinter der Kamera, drehte den Film auf 35-mm-Material. Das Seitenverhältnis beträgt 1,37:1, wodurch das Bild deutlich quadratischer wirkt als bei vielen modernen Kinofilmen.
In der Postproduktion kam außerdem eine orthochromatische Behandlung zum Einsatz, durch die Hauttöne besonders fahl und angegriffen erscheinen. Zusätzlich wurde die Kornstruktur von Schwarzweißfilm auf das Farbbild übertragen. Eggers zufolge soll dadurch ein archaischer, schmutziger Eindruck entstehen.
Die Kulissen wurden ebenfalls mit großem Aufwand erstellt. Eggers erklärte, selbst die Kirchen seien für den Film neu gebaut worden, weil erhaltene mittelalterliche Gebäude über die Jahrhunderte zu stark verändert wurden. Gedreht wurde unter anderem im Dartmoor-Nationalpark sowie in Wäldern in Wales.
Deutscher Trailer zu „Werwulf“
Ein offizieller deutscher Trailer ist bereits verfügbar. Universal Pictures Germany veröffentlichte ihn am 2. Juli 2026.
Wann startet „Werwulf“ in Deutschland?
„Werwulf“ startet am 7. Januar 2027 in den deutschen Kinos. Universal Pictures Germany nennt diesen Termin direkt in der offiziellen deutschen Trailerveröffentlichung. In den USA erscheint der Film bereits am 25. Dezember 2026 über Focus Features.
Damit müssen deutsche Zuschauer knapp zwei Wochen länger warten als das US-Publikum.
FAQ zu „Werwulf“
Wann startet „Werwulf“ in Deutschland?
Der deutsche Kinostart ist am 7. Januar 2027.
Wer spielt den Werwolf?
Aaron Taylor-Johnson spielt einen namenlosen, verfluchten Bauern, der im Zentrum der Geschichte steht.
Wen spielt Lily-Rose Depp?
Sie spielt die Ehefrau von Taylor-Johnsons Figur. Auch sie ist Bäuerin und Mutter mehrerer Kinder.
Welche Rolle übernimmt Willem Dafoe?
Willem Dafoe spielt einen Jäger.
Welche Sprache wird in „Werwulf“ gesprochen?
Die Originaldialoge basieren auf Mittelenglisch. Eggers arbeitete dafür mit zwei Oxford-Professoren und einem Dialektcoach zusammen.
Ist „Werwulf“ schwarzweiß?
Nein. Der Film wurde auf farbigem 35-mm-Material gedreht. In der Nachbearbeitung wurde jedoch unter anderem die Kornstruktur von Schwarzweißfilm in das Farbbild integriert.
Ist „Werwulf“ ein klassischer Werwolffilm?
Nicht im üblichen Sinn. Robert Eggers verzichtet bewusst auf bekannte spätere Genre-Regeln wie Silberkugeln und die Verwandlung durch einen Werwolfbiss.
