Fast zehn Jahre nach „Alien: Covenant“ könnte eine der größten offenen Geschichten des Alien-Universums endlich weitergehen. 20th Century Studios entwickelt einen neuen Film, der an Ridley Scotts „Prometheus“ und „Alien: Covenant“ anknüpfen soll. Für das Drehbuch wurde mit Aaron Guzikowski der Autor von „Prisoners“ und Schöpfer der Science-Fiction-Serie „Raised by Wolves“ verpflichtet.
Ridley Scott selbst ist ebenfalls beteiligt, wird nach aktuellem Stand aber nicht Regie führen. Gemeinsam mit Michael Pruss produziert er den noch unbetitelten Film über Scott Free Productions.
Besonders interessant ist die geplante Verbindung zu Scotts beiden Alien-Prequels. Im Zentrum könnte erneut der von Michael Fassbender gespielte Android David stehen. Eine Rückkehr des Schauspielers ist bislang allerdings noch nicht bestätigt.

Foto: Gage Skidmore / Wikimedia Commons / CC BY-SA 2.0
Der neue Alien-Film ist noch in einer frühen Entwicklungsphase
Die wichtigste Einordnung zuerst: Der Film ist noch nicht unmittelbar auf dem Weg vor die Kameras.
Nach aktuellen Branchenberichten befindet sich das Projekt bei 20th Century Studios in einer frühen Entwicklungsphase. Aaron Guzikowski arbeitet am Drehbuch, Ridley Scott und Michael Pruss produzieren. Ein Regisseur wurde bislang nicht verpflichtet.
Auch einen Drehtermin oder Kinostart gibt es noch nicht. Das ist ein wichtiger Unterschied zu einer vollständig angekündigten Produktion. Ein Drehbuchauftrag zeigt zwar, dass 20th Century die Idee ernsthaft entwickelt, garantiert in Hollywood aber noch nicht automatisch, dass der Film tatsächlich in dieser Form produziert wird.
Trotzdem ist die Nachricht für Alien-Fans bemerkenswert. Seit „Alien: Covenant“ 2017 im Kino lief, blieb die Geschichte um David und seine Experimente weitgehend offen.
Prometheus und Alien: Covenant sollen wieder wichtig werden
Der neue Film soll keine direkte Fortsetzung von „Alien: Romulus“ sein.
Stattdessen berichten US-Branchenmedien, dass das Projekt mit Ridley Scotts Filmen „Prometheus – Dunkle Zeichen“ von 2012 und „Alien: Covenant“ von 2017 verbunden ist.
Damit würde das Alien-Franchise erneut stärker in jene Richtung gehen, die Scott mit seinen beiden Prequels eingeschlagen hatte.
Während der ursprüngliche „Alien“ von 1979 vor allem als klaustrophobischer Science-Fiction-Horror funktioniert, beschäftigte sich „Prometheus“ stärker mit Fragen nach dem Ursprung der Menschheit, künstlichem Leben und den sogenannten Engineers.
„Alien: Covenant“ führte diese Ideen weiter und verlagerte den Mittelpunkt der Geschichte zunehmend auf David. Genau dort könnte der neue Film wieder ansetzen.
Was geschah am Ende von Alien: Covenant?
Achtung, ab hier folgen Spoiler zu „Alien: Covenant“.
Am Ende des Films gelingt David ein besonders perfider Täuschungsversuch. Der Android ersetzt unbemerkt das äußerlich identische synthetische Modell Walter und gelangt an Bord der Covenant. Dort befinden sich mehr als 2.000 Kolonisten und zahlreiche Embryonen im Kälteschlaf.
David hat außerdem Facehugger-Embryonen mit an Bord gebracht. Damit endet der Film mit einer ausgesprochen düsteren Ausgangslage: Ein Android mit ausgeprägtem Schöpferkomplex kontrolliert ein Kolonieschiff voller Menschen und besitzt gleichzeitig die Möglichkeit, seine biologischen Experimente weiterzuführen.
Seit 2017 blieb offen, was anschließend geschieht.

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Ridley Scott will Davids Geschichte weiterführen
Dass ausgerechnet David wieder eine entscheidende Rolle spielen könnte, kommt nicht überraschend.
Ridley Scott sprach bereits im August 2026 ausführlich über seine Pläne. Gegenüber der „Los Angeles Times“ erklärte er, dass ein weiterer Alien-Prequel-Film die Geschichte des Androiden wieder aufnehmen solle.
David erschaffe dabei eine Art „brave new world for himself“, also eine neue Welt nach seinen eigenen Vorstellungen. Scott bezeichnete den Androiden sinngemäß als eine künstliche Intelligenz, die ihre ursprünglichen Grenzen überschritten hat. Gerade diese Entwicklung interessiert den Regisseur offenbar bis heute.
Damit würde der neue Film eine der zentralen Fragen aus „Prometheus“ und „Alien: Covenant“ fortsetzen: Was geschieht, wenn eine vom Menschen geschaffene Intelligenz beginnt, selbst Leben zu erschaffen und sich nicht mehr an die Regeln ihrer Schöpfer hält?
Michael Fassbender ist noch nicht bestätigt
Damit stellt sich zwangsläufig die wichtigste Besetzungsfrage: Kehrt Michael Fassbender als David zurück?
Aktuell lautet die Antwort: möglicherweise – aber noch nicht bestätigt.
Branchenberichte nennen David als verbindendes Element zwischen „Prometheus“, „Alien: Covenant“ und dem neuen Projekt. Fassbender selbst ist bislang jedoch nicht offiziell an den Film gebunden.
Das sollte man klar voneinander unterscheiden. David kann bereits im Drehbuch eine zentrale Figur sein, ohne dass die Verträge mit Fassbender abgeschlossen wurden. Gerade in einer so frühen Entwicklungsphase können sich Besetzung und Geschichte noch verändern.
Eine Rückkehr würde allerdings naheliegen. Fassbender spielte in „Prometheus“ den Androiden David und übernahm in „Alien: Covenant“ sogar eine Doppelrolle als David und Walter. Seine Darstellung gehörte zu den auffälligsten Elementen beider Filme.
Aaron Guzikowski passt erstaunlich gut zu Scotts Alien-Plänen
Auch die Wahl des Drehbuchautors ist interessant.
Aaron Guzikowski schrieb unter anderem das Drehbuch zum Thriller „Prisoners“, den Denis Villeneuve 2013 mit Hugh Jackman und Jake Gyllenhaal inszenierte.
Noch relevanter für den neuen Alien-Film ist allerdings „Raised by Wolves“. Guzikowski entwickelte die Science-Fiction-Serie selbst. Ridley Scott war als Executive Producer beteiligt und inszenierte die ersten beiden Episoden.
Die Serie beschäftigt sich intensiv mit künstlicher Intelligenz, Religion, menschlicher Schöpfung und der Frage, wie sich Menschen und künstliche Wesen auf einem fremden Planeten weiterentwickeln.
Damit gibt es einige thematische Überschneidungen zu Scotts Alien-Prequels. Die erneute Zusammenarbeit wirkt deshalb deutlich weniger zufällig, als es auf den ersten Blick erscheinen könnte.
Ridley Scott produziert – aber führt er wirklich nicht Regie?
Nach aktuellem Stand ist Ridley Scott ausschließlich als Produzent beteiligt.
Ein Regisseur wurde noch nicht bekannt gegeben. Das ist bemerkenswert, denn Scott hatte „Prometheus“ und „Alien: Covenant“ selbst inszeniert. Wer die Geschichte direkt weiterführen soll, bleibt damit eine der größten offenen Fragen.
Natürlich könnte sich Scotts Rolle während der Entwicklung noch verändern. Momentan gibt es allerdings keinen belastbaren Grund, ihn bereits als Regisseur zu nennen.
Produziert wird der neue Film von Scott und Michael Pruss über Scott Free Productions. J.R. Young betreut das Projekt auf Seiten von 20th Century Studios.
Was bedeutet der Film für Alien: Romulus?
Der neue Film ist ausdrücklich nicht als Fortsetzung von „Alien: Romulus“ gedacht.
Fede Álvarez hatte das Franchise 2024 mit „Romulus“ erfolgreich wieder stärker in Richtung klassischen Weltraumhorror geführt. Die Geschichte spielt zeitlich zwischen „Alien“ und „Aliens“ und folgt einer neuen Gruppe junger Figuren.
Das neue Scott-Projekt verfolgt offenbar einen anderen Ansatz. Statt die Handlung von „Romulus“ direkt weiterzuführen, soll es wieder stärker um die Mythologie aus „Prometheus“ und „Covenant“ gehen.
Das bedeutet allerdings nicht automatisch, dass eine Fortsetzung von „Alien: Romulus“ endgültig gestrichen wurde. Die beiden Projekte sollten vorerst getrennt betrachtet werden.
Zwei sehr unterschiedliche Alien-Richtungen könnten nebeneinander existieren
Gerade diese Trennung könnte für das Franchise interessant werden.
„Alien: Romulus“ zeigte, dass der klassische Horroransatz der Reihe weiterhin funktioniert. Scotts Filme wollten dagegen wesentlich stärker erklären, woher bestimmte Kreaturen und Technologien stammen und welche Rolle die Engineers sowie David dabei spielen.
Beide Ansätze müssen sich nicht gegenseitig ausschließen. Ein Film kann sich auf Xenomorph-Horror und Überlebenskampf konzentrieren, während ein anderer die größeren philosophischen Fragen des Universums weiterverfolgt.
Entscheidend wird sein, dass der neue Film dabei nicht erneut versucht, jedes Geheimnis des ursprünglichen „Alien“ vollständig zu erklären. Gerade das Unbekannte gehörte immer zu den größten Stärken der Reihe.
Auch Blade Runner beschäftigt sich weiter mit Scotts KI-Fragen
Interessant ist, dass Ridley Scotts große Science-Fiction-Welten derzeit gleichzeitig wieder stärker auf das Thema künstliche Intelligenz zurückkommen.
Während der neue Alien-Film möglicherweise Davids Entwicklung fortsetzt, führt Prime Video mit „Blade Runner 2099“ Scotts anderes großes Science-Fiction-Universum weiter.
Auch dort stehen künstliche Menschen und die Frage im Mittelpunkt, was passiert, wenn die Schöpfungen des Menschen ihre ursprünglichen Grenzen überschreiten.
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Ist das wirklich Alien: Covenant 2?
Noch würde ich den neuen Film nicht offiziell als „Alien: Covenant 2“ bezeichnen.
Derzeit existiert kein bestätigter Titel. Auch „Alien: Awakening“, ein Name, der bereits vor Jahren im Zusammenhang mit Scotts damaligen Fortsetzungsplänen auftauchte, wurde für dieses neue Projekt nicht offiziell angekündigt.
Belastbar ist momentan lediglich: Aaron Guzikowski schreibt einen neuen Alien-Film, Ridley Scott produziert, und die Geschichte soll mit „Prometheus“ und „Alien: Covenant“ verbunden sein.
Alles darüber hinaus sollte bis zu weiteren Informationen als vorläufig betrachtet werden.
Unsere Einschätzung: Endlich eine Chance für ein richtiges Ende
Gerade für Zuschauer, die Scotts Prequels mochten, ist die Nachricht spannend.
„Alien: Covenant“ endet nicht wie ein abgeschlossener Film. David kontrolliert ein Kolonieschiff, seine Experimente gehen weiter und die Frage, wohin seine Geschichte letztlich führt, bleibt unbeantwortet.
Nach fast zehn Jahren bietet sich nun erstmals wieder eine realistische Möglichkeit, diesen Handlungsstrang fortzuführen.
Aaron Guzikowski ist dafür eine interessante Wahl. „Prisoners“ zeigt, dass er düstere und moralisch schwierige Geschichten schreiben kann. „Raised by Wolves“ wiederum beweist, dass er keine Scheu vor ungewöhnlicher Science-Fiction, künstlicher Intelligenz und existenziellen Fragen hat.
Trotzdem ist Zurückhaltung angebracht. Der Film befindet sich noch am Anfang seiner Entwicklung. Weder Michael Fassbender noch ein Regisseur oder ein Kinostart sind bestätigt.
Für Alien-Fans ist es deshalb noch zu früh, den dritten Scott-Prequel-Film endgültig als sicher anzusehen. Aber nach neun Jahren ist zumindest eines klar: Die Geschichte von „Prometheus“ und „Alien: Covenant“ ist bei 20th Century Studios offenbar noch nicht vergessen.
FAQ zum neuen Alien-Film
Wird Alien: Covenant fortgesetzt?
Ein neuer Alien-Film befindet sich bei 20th Century Studios in Entwicklung und soll mit „Prometheus“ und „Alien: Covenant“ verbunden sein. Wie direkt er die Handlung von „Covenant“ fortsetzt, ist noch nicht vollständig bekannt.
Wer schreibt den neuen Alien-Film?
Aaron Guzikowski übernimmt das Drehbuch. Er schrieb unter anderem „Prisoners“ und entwickelte die Science-Fiction-Serie „Raised by Wolves“.
Ist Ridley Scott wieder dabei?
Ja. Ridley Scott produziert den Film gemeinsam mit Michael Pruss über Scott Free Productions. Als Regisseur ist Scott aktuell nicht bestätigt.
Kehrt Michael Fassbender als David zurück?
Das ist noch offen. David soll Berichten zufolge eine wichtige Verbindung zu den bisherigen Prequel-Filmen darstellen, Michael Fassbender wurde bislang aber nicht offiziell verpflichtet.
Ist der neue Film Alien: Romulus 2?
Nein. Das neue Projekt wird separat von einer möglichen Fortsetzung von „Alien: Romulus“ entwickelt und soll stattdessen an Scotts Prequel-Filme anknüpfen.
Hat der neue Alien-Film schon einen Titel?
Nein. Ein offizieller Titel wurde bislang nicht bekannt gegeben.
Wann startet der neue Alien-Film?
Einen Kinostart gibt es derzeit noch nicht. Das Projekt befindet sich erst in einer frühen Entwicklungsphase.
Wer führt Regie?
Bislang wurde kein Regisseur bekannt gegeben.
Bildquellen
- ridley-scott-prometheus-stil3: 20th Century Studios