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Doch das Böse gibt es nicht

Mit Doch das Böse gibt es nicht erscheint ein bewegender und sehr besonderer regimekritischer Film aus dem Iran in den deutschen Kinos. Ab dem 19. August 2021 kann man den auf der Berlinale mehrmals nominierten Film von Mohammad Rasoulof auch in einigen Programmkinos sehen. Wer sich auf einen herausragenden ausländischen Film, der eine einzigartige Geschichte erzählt, die unter die Haut geht, einlassen kann, der darf Doch das Böse gibt es nicht nicht verpassen.

Grand Film

Die Handlung

Doch das Böse gibt es nicht erzählt in vier Episoden die Geschichten von Menschen, die im Iran mit der Todesstrafe konfrontiert werden. Heshmat, ein vorbildlicher Ehemann und Vater, der jeden Morgen zur Arbeit fährt, wobei zunächst unklar bleibt, wohin genau. Für Pouya ist es unvorstellbar einen anderen Menschen zu töten, doch nun bekommt er den Auftrag dazu. Doch an diesem Tag ist nichts wie erwartet und er wird mit einer üblen Überraschung konfrontiert. Bahram liebt seinen Beruf, darf jedoch nicht als Arzt praktizieren. Als ihn seine Nichte Darya aus Deutschland besucht, beschließt er, ihr den Grund für sein Außenseiterdasein zu offenbaren.

Mohammad Rasoulof ist einer der angesehensten und politisch aktivsten Regisseure des Iran. Seine kritische Auseinandersetzung mit dem Regime in Teheran führte dazu, dass er seit September 2017 nicht mehr das Land verlassen darf – ein Urteilsspruch, der bis heute gültig ist. Er wurde beschuldigt, die „nationale Sicherheit zu gefährden“ und „Propaganda gegen die muslimische Regierung zu verbreiten“. Er wurde zu einem Jahr Gefängnis verurteilt, einhergehend mit dem Verbot der Mitgliedschaft in jeder Art von politischer oder gesellschaftlicher Organisation. Diese Einschränkungen haben Rasoulof jedoch nicht davon abgehalten, Filme zu machen. Sein neustes Werk ist jetzt Doch das Böse gibt es nicht, welches sich regimekritisch mit der Todesstrafe und der Unterdrückung im Iran beschäftigt.

Hintergrundinfos

An Doch das Böse gibt es nicht ist ziemlich alles besonders. Unter anderem ist der Film ohne eine offizielle Produktionsgenehmigung durch den iranischen Staat entstanden. Bei so einem brisanten und hochpolitischen bzw. regimekritischen Thema, wäre diese auch sowieso nicht erteilt worden. Dies erklärt auch Produzent Kaveh Farnam. Stattdessen reichten er und Koproduzent Farzad Pak Anträge für die Dreharbeiten von vier Kurzfilmen ein, jeder in einer anderen Stadt. In den Anträgen waren jeweils andere Regisseurinnen und Drehbuchautorinnen genannt – Freunde des Filmteams, die mit ihrer Nennung in diesen Anträgen ebenfalls ein großes Risiko eingegangen sind. Daraus entstanden ist ein ruhig erzählter, hochemotionaler da sehr persönlicher und bewegender Film, der trotz oder eher vor allem wegen seiner so beklemmenden Geschichte nachhaltig im Gedächtnis bleibt.

Ein ebenfalls hochpolitischer Film ist Que Vadis, Aida? Wer danach etwas zum Aufmuntern braucht, um auf andere Gedanken zu kommen, dem empfehlen wir die kurzweilige Animations-Komödie Space Jam 2 oder die Coming-of-Age Komödie Booksmart.

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