„Vaterland“: Sandra Hüller begleitet Thomas Mann zurück in ein fremdes Deutschland

Sep. 15, 2026
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Nach Jahren im Exil kehrt Thomas Mann 1949 erstmals nach Deutschland zurück. Sein Weg führt von Frankfurt nach Weimar, durch ein Land, das noch von den Folgen des Zweiten Weltkriegs geprägt ist und inzwischen zwischen unterschiedlichen politischen Systemen steht. Genau diese Reise bildet den Ausgangspunkt für „Vaterland“, den neuen Film des polnischen Regisseurs Paweł Pawlikowski und des Filmverleihs Neue Visionen.

Sandra Hüller glänzt erneut in einer tragischen Rolle / Neue Visionen Filmverleih

Hanns Zischler spielt Thomas Mann, Sandra Hüller übernimmt die Rolle seiner Tochter Erika. Der Film ist dabei keine streng historische Rekonstruktion. Pawlikowski verbindet belegte Ereignisse mit erfundenen Situationen und konzentriert die Handlung auf das Verhältnis zwischen Vater und Tochter. In Cannes erhält er dafür den Regiepreis.

Eine Reise durch das zerstörte Nachkriegsdeutschland

Im Film begleitet Erika ihren Vater durch Frankfurt und weiter nach Weimar. Tatsächlich war bei Thomas Manns Reise seine Ehefrau Katja dabei, während Erika damals nicht mit ihm nach Deutschland fuhr. Pawlikowski verändert diese Fakten bewusst, um die Familiengeschichte stärker ins Zentrum zu rücken. Historikerin Caren Heuer vom Buddenbrookhaus weist ebenfalls auf diese filmischen Abweichungen hin.

Die Begegnung mit dem Nachkriegsdeutschland wird dabei zum Ausgangspunkt für Fragen nach Heimat, Schuld und politischer Verantwortung. Thomas Mann trifft auf Vertreter unterschiedlicher gesellschaftlicher Lager, während Erika die Rückkehr ihres Vaters deutlich kritischer betrachtet. Pawlikowski verdichtet die historische Reise zu einem persönlichen Konflikt.

Schwarz-Weiß-Bilder und ein Vater-Tochter-Konflikt

Pawlikowski setzt auf Schwarz-Weiß-Aufnahmen und das klassische 4:3-Format. Die Gestaltung erinnert damit an seine früheren Filme „Ida“ und „Cold War“. „Vaterland“ läuft seit dem 3. September 2026 in den deutschen Kinos und dauert rund 82 Minuten.

Im Mittelpunkt bleibt die Beziehung zwischen Thomas und Erika. Filmkritikerin Anna Wollner beschreibt im Gespräch mit dem SWR, Erika beobachte ihren Vater kritisch, während Thomas an seiner kontrollierten Haltung festhalte. Pawlikowski selbst erklärt gegenüber MDR KULTUR, er sei bereit gewesen, historische Freiheiten einzugehen, wenn daraus „echte Emotionen und eine intellektuelle Relevanz“ entstehen.

FAQ zu „Vaterland“

1. Worum geht es?
Um Thomas Manns Rückkehr nach Deutschland im Jahr 1949.

2. Wer spielt Thomas Mann?
Hanns Zischler.

3. Wer spielt Erika Mann?
Sandra Hüller.

4. Ist der Film historisch exakt?
Nein. Pawlikowski verbindet historische Ereignisse mit fiktionalen Elementen.

5. Wer führt Regie?
Paweł Pawlikowski.

6. Wann startet der Film in Deutschland?
Am 3. September 2026.

7. Wie lange dauert „Vaterland“?
Etwa 82 Minuten.

8. Welche Auszeichnung erhielt Pawlikowski?
Er wurde in Cannes 2026 für die beste Regie ausgezeichnet.

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