Sportler-Biopics folgen oft festen Mustern: Aufstieg, Rückschläge, Triumph. Marty Supreme entscheidet sich bewusst gegen diese vertraute Dramaturgie. Der Film startet am 26. Februar in den deutschen Kinos und bringt bereits einen beachtlichen internationalen Kritiker-Ruf mit.
Im Zentrum steht Timothée Chalamet, der in den vergangenen Jahren zu einem der gefragtesten Darsteller seiner Generation aufsteigt. Nach mehreren Oscar-Nominierungen gilt Marty Supreme nun als ernsthafte Chance auf seinen ersten Goldjungen – nicht zuletzt, weil der Film das Sportgenre neu interpretiert.

Vom Schuhladen an die Platte: Eine lose wahre Geschichte
Chalamet verkörpert Marty Mauser, einen Schuhverkäufer mit großen Ambitionen. Inspiriert von den Ikonen der Hardbat-Ära träumt Mauser davon, Tischtennis-Weltmeister zu werden. Doch bei einem entscheidenden Turnier scheitert er am Japaner Endo, dessen moderner Schläger sinnbildlich für den sportlichen Wandel steht.
Der finanzielle Druck wächst: Ohne Geld keine Turnierteilnahme, ohne Teilnahme kein Aufstieg. Der Traum droht dort zu enden, wo er begonnen hat – im Laden seines Onkels. Die Figur basiert lose auf dem realen Tischtennis-Pionier Marty Reisman, dessen Lebensweg als Vorlage dient, ohne biografisch exakt nacherzählt zu werden.
Gerade diese Freiheit erlaubt dem Film, den Fokus weniger auf sportliche Erfolge zu legen, sondern stärker auf Charaktere, Ego und Zeitgeist. Damit reiht sich Marty Supreme in eine Tradition ungewöhnlicher Sportgeschichten ein, wie sie etwa Cool Runnings oder Eddie the Eagle populär machten.
Oscar-Hoffnung, Screwball-Ton und prominente Rückkehr
Regie führt Josh Safdie, der den Film bewusst fern klassischer Trainingsmontagen inszeniert. Stattdessen setzt er auf Dialoge, Tempo und eine fast screwballartige Dynamik. Chalamet spielt Marty als selbstbewusstes Großmaul, das zwischen Ehrgeiz und Selbstüberschätzung schwankt.
Eine zentrale Rolle übernimmt Gwyneth Paltrow, die als Kay Stone erstmals seit 2019 wieder in einer größeren Kinorolle zu sehen ist. Safdie beschreibt die Figur laut Interviews als Mischung aus Grace Kelly und Ruby Keeler – eine Frau zwischen „stiller Traurigkeit“ und „wagemutigem Geist“. Die Beziehung zwischen Kay und Marty verleiht dem Film eine zusätzliche emotionale Ebene.
Insgesamt erhält Marty Supreme neun Oscar-Nominierungen – ein ungewöhnlicher Erfolg für einen rund 150 Minuten langen Film über Tischtennis. Chalamet selbst geht damit bereits in seinen dritten Anlauf als bester Hauptdarsteller, nach Call Me by Your Name und A Complete Unknown. Die Chancen stehen besser denn je.
FAQ zu Marty Supreme
Worum geht es in Marty Supreme?
Der Film erzählt die Geschichte eines ehrgeizigen Tischtennisspielers, der um sportlichen Erfolg und finanzielle Sicherheit kämpft.
Basiert der Film auf einer wahren Geschichte?
Ja, die Handlung ist lose vom Leben der Tischtennis-Legende Marty Reisman inspiriert.
Ist Marty Supreme ein klassischer Sportfilm?
Nein, der Film verzichtet bewusst auf gängige Sportfilm-Klischees und setzt stärker auf Charaktere und Dialoge.
Wer spielt die Hauptrolle?
Timothée Chalamet übernimmt die Rolle von Marty Mauser.
Welche Rolle spielt Gwyneth Paltrow?
Sie verkörpert Kay Stone, eine ehemalige Leinwand-Größe und Martys Affäre.
Wie viele Oscar-Nominierungen hat der Film?
Marty Supreme ist für neun Academy Awards nominiert.
Hat Timothée Chalamet bereits einen Oscar gewonnen?
Nein, trotz mehrerer Nominierungen wartet er bislang noch auf seinen ersten Gewinn.
Wann startet der Film in Deutschland?
Der Kinostart ist am 26. Februar.