Nach Jahren großer Superheldenfilme und Franchise-Blockbuster rücken historische Stoffe wieder stärker in den Mittelpunkt des internationalen Kinos. Mit „Nürnberg“ startet nun ein Film in den deutschen Kinos, der eines der bedeutendsten Kapitel der Nachkriegsgeschichte aufgreift: die Nürnberger Prozesse gegen führende Vertreter des NS-Regimes.
Regisseur James Vanderbilt konzentriert sich dabei nicht auf klassische Kriegsbilder, sondern auf die psychologische und juristische Aufarbeitung nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Grundlage des Films ist das Sachbuch „The Nazi and the Psychiatrist“ von Jack El-Hai. Bereits beim Toronto International Film Festival sorgte das Drama für Aufmerksamkeit, bevor es im November 2025 in den USA anlief.
„Er verliert die notwendige Distanz“ – der Film blickt hinter die Fassade Görings
Im Zentrum der Handlung steht der amerikanische Militärpsychiater Douglas Kelley, gespielt von Rami Malek. Seine Aufgabe besteht darin, die inhaftierten NS-Funktionäre psychologisch zu untersuchen. Besonders intensiv beschäftigt er sich mit Hermann Göring, den Russell Crowe verkörpert.
Der Film zeigt dabei weniger die bekannten historischen Bilder der Prozesse, sondern konzentriert sich auf die Gespräche zwischen Kelley und Göring. Laut der offiziellen Beschreibung vom Weltkino Verleih Deutschland versucht Kelley zu verstehen, „was ihn befähigte, solch ungeheuerliche Taten zu befehlen und auszuführen“. Genau dieser Ansatz entwickelt sich im Verlauf der Handlung zunehmend zu einem moralischen Konflikt.
Parallel dazu begleitet „Nürnberg“ den amerikanischen Richter Robert H. Jackson, gespielt von Michael Shannon. Er soll ein internationales Tribunal aufbauen und gleichzeitig sicherstellen, dass selbst Kriegsverbrecher ein rechtsstaatliches Verfahren erhalten. Diese Spannung zwischen Gerechtigkeit, Verantwortung und menschlicher Abgründigkeit bildet den eigentlichen Kern des Films.

Zwischen Justizdrama und Psychothriller: „Nürnberg“ setzt auf intensive Atmosphäre
Anders als viele frühere Produktionen über die Nürnberger Prozesse setzt James Vanderbilt weniger auf große Kriegsszenen und stärker auf Dialoge, Verhöre und psychologische Dynamik. Besonders Russell Crowe sorgt bereits im Vorfeld für Diskussionen, weil seine Darstellung Görings nicht als eindimensionalen Bösewicht zeigt, sondern als manipulativen Machtmenschen mit kalkulierter Außenwirkung.
Visuell orientiert sich der Film an klassischen Gerichtsdramen, kombiniert diese aber mit einer bedrückenden Inszenierung. Obwohl der Titel direkt auf die fränkische Stadt verweist, fanden die Dreharbeiten nicht in Nürnberg statt. Produziert wurde überwiegend in Ungarn.
Mit einer Laufzeit von 148 Minuten gehört „Nürnberg“ zudem zu den größeren Prestigeproduktionen des Kinojahres. Gerade in Zeiten, in denen historische Stoffe oft nur als Serien erscheinen, versucht der Film bewusst das klassische Kinodrama wieder stärker in den Fokus zu rücken.
FAQ zu „Nürnberg“
Wann startet „Nürnberg“ in Deutschland?
Der Film läuft ab dem 7. Mai 2026 in den deutschen Kinos.
Wer spielt Hermann Göring?
Russell Crowe übernimmt die Rolle des NS-Kriegsverbrechers.
Welche Rolle spielt Rami Malek?
Er verkörpert den Militärpsychiater Douglas Kelley.
Auf welchem Buch basiert der Film?
Die Vorlage stammt aus dem Sachbuch „The Nazi and the Psychiatrist“ von Jack El-Hai.
Wer führte Regie bei „Nürnberg“?
James Vanderbilt inszenierte den Film.
Worum geht es inhaltlich?
Im Mittelpunkt stehen die Nürnberger Prozesse sowie die psychologische Untersuchung führender NS-Verbrecher.
Wurde der Film in Nürnberg gedreht?
Nein. Die Dreharbeiten fanden überwiegend in Ungarn statt.
Wie lang ist der Film?
„Nürnberg“ hat eine Laufzeit von 148 Minuten.