Warcraft: The Beginning – Ein Fest für Fans

“Lok’tar ogar!”, (“Sieg oder Tod!”) wird Duncan Jones vermutlich gerufen haben, als “Warcraft: The Beginning” diese Woche endlich in den ersten Kinos anlief. Es gibt wenige Genre mit einer turbulenteren Geschichte als die der Videospielverfilmungen. Kombiniert man dieses Erbe mit den frenetischen Fans der Blizzard-Spiele und den entsprechend hohen Erwartungen, so war es ohne Frage eine Mammutaufgabe, welcher sich der Regisseur und sein Team gegenübersahen. Nicht umsonst befand sich der Film fast 10 Jahre in Produktion und durchlief dabei drei Drehbücher und ebenso viele Regisseure. Hat sich das lange Warten gelohnt?

Nun eines sticht sofort, im wahrsten Sinne des Wortes, ins Auge: “Warcraft: The Beginning” sieht einfach großartig aus. Während ich im Vorfeld skeptisch war, ob die Kombination aus echten Schauspielern und einer CGI-Welt gelingen wird, bin ich in der ersten zehn bis fünfzehn Minuten des Films vor allem beeindruckt. Das Industrial Light & Magic, die für die visuellen Effekte verantwortlich sind, wissen was sie tun, ist hinlänglich bekannt. In “Warcraft: The Beginning” gelingt es Ihnen abermals, eine grandiose Umsetzung einer epischen Fantasy-Welt auf die Leinwand zu zaubern. Viele Fans dürften hier einige wunderbare Momente der Nostalgie und der Wiedererkennung erleben. Bekannte Schauplätze und Figuren sind durchweg überzeugend umgesetzt. Allen voran die erstaunlich gut animierten Orks und die amüsant, kauzigen Zwerge. Auch die Kämpfe sind, dank der dazugehörigen satten Soundeffekte absolut spaßig und geben ein gutes Popcorn-Kino Erlebnis ab.

Allerdings reicht das noch nicht, um einen wirklich runden Film zu produzieren. An anderer Stelle, namentlich der Handlung und dem Drehbuch, liegt “Warcraft: The Beginning” in den Ketten seiner Vorlage. Die nach Schema F ablaufende Handlung, ohne jede Überraschungen, wirkt wie eine schlechte Variation auf den Herrn der Ringe, dem Vorbild aller modernen Fantasy-Geschichten, bei dem sich auch Blizzard großzügig bedient. Auch gegen Klischees sollte man als Zuschauer keine Abneigung haben, denn hier geht Legendary Pictures in die Vollen. Wie wäre es etwa mit einem jungen, stümperhaft wirkende Zauberlehrling, der letztendlich die Rettung bringt? Oder einem heldenhaften Kommandanten der die Gefahr kommen sieht, aber aufgrund seines Temperaments nicht ernst genommen wird? “Warcraft: The Beginning” bedient sich dieser und andere vorhersehbarer Elemente ähnlich wie es die Vorlage tat. Ohne das Spiel drumherum wirkt dies jedoch etwas abgedroschen.

Auch die Schauspieler hinterlassen eher einen durchmischten Eindruck. So sind es ausgerechnet die Orks, also die mit Hilfe von Motion-Capture animierten Charaktere, die besonders glaubwürdig erscheinen und mit am überzeugendsten gespielt werden. Hier überzeugt vor allem Toby Kebbell, der den zweifelnden Durotan trotz “CGI-Maske” mit all der inneren Zerrissenheit darstellt die diesen Charakter ausmacht. Auch Daniel Wu der seine Mimik dem schurkenhafte Hexenmeister Gul’dan verlieh, schafft es den Charakter überzeugend als niederträchtig und verdorben zu verkörpern. Durch die deutsche Synchronisation und die somit fehlenden Stimmen der CGI-Charaktere geht allerdings eine Menge dieser überzeugenden Darstellung verloren. Was die menschlichen Darsteller angeht, sticht Travis Fimmel (bekannt aus “Vikings”) mit einer durchweg überzeugende Leistung positiv heraus. Dominic Cooper, der seinen Bruder, König Wrynn verkörpert wirkt hingegen oft reichlich hölzern. Ähnlich steht es um Ben Foster, dessen starre Ausdrucksweise dem Propheten Medivh nicht so recht Leben einzuhauchen vermag. Dies mag zum Teilen dem Drehbuch geschuldet sein, hinterlässt bei einem Film dieser Größenordnung jedoch einen leichten Beigeschmack.

Ob man über diese Unzulänglichkeiten hinweg sehen kann, hängt vor allem von den eigenen Erwartungen ab. Wer optisch beeindruckendes Popcorn-Kino ohne viel Substanz, dafür aber mit jede Menge Fanservice und nostalgischen Momenten erwartet, wird bei “Warcraft: The Beginning” fündig werden. Wer hingegen eine ausgefeilte Handlung oder große Innovationen erwartet sollte sich einen Kinobesuch lieber zweimal überlegen. Der große Sprung, einen eigenständigen Film zu schaffen, der im Universum eines Videospiels stattfindet ist Blizzard und Legendary Pictures nicht gelungen. Ein kurzweiliges Spektakel hingegen schon.

Gewinnspiel Warcraft: The Beginning
Verbleibende Tage
Endet

Wir verlosen:

  • 2x Kinoplakat "Warcraft: The Beginning"
  • 2x Female Shirt
Dieses Gewinnspiel ist abgelaufen

(34362)

Nur für Fans

Spass
Story
Qualität
Für Fans des Universums die optisch beeindruckendes Popcorn-Kino erwarten, eine klare Empfehlung. Alle anderen sollten zumindest keine große Originalität erwarten, um nicht enttäuscht zu werden.
Über den Autor
-

Du kannst dieseHTML Tags und Attribute verwenden: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>