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Animation

Ambitioniertes Anime im Doku-Style: Flag - The Movie

fs @ Mittwoch, 18.03.2009

Nicht nur bei erfolgreichen Anime-Serien ist es üblich, noch einen Film nachzuschieben. Auch Genre-Altmeister Ryosuke Takahasi hat seine Serie „Flag“ noch einmal bearbeitet und einen Spielfilm aus der Handlung extrahiert, der absolut sehenswert ist.

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In „Flag“ ist die junge Foto-Reporterin Saeko zum ersten Mal in einem Krisengebiet im Einsatz. Sie begleitet ihren älteren Kollegen und Mentor nach Uddiyana, ein von Bürgerkrieg gebeuteltes Land im Himalaya. Dort kämpfen Rebellen und Regierungskräfte seit Jahren um die Macht im Staat. Die Vereinten Nationen haben zwar Truppen entsandt, die auch über Kampfroboter verfügen, doch die Rebellen lassen sich davon nicht einschüchtern.

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Saeko schießt ein Foto von einer improvisierten Flagge, und eben dies Foto wird weltberühmt und leitet die Friedensverhandlungen in Uddiyana ein. Doch die Rebellen stehlen die Flagge und die UN-Einsatztruppe muss das Symbol des Friedens zurückbeschaffen. Saeko soll die Mission offiziell begleiten und dokumentieren, dabei gerät sie in heftige Kriegswirren.

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„Flag – The Movie“ ist im Prinzip die Essenz der Serie. Takahashi hat in seinem Director’s Cut die Vorgeschichte bis zum Beginn der Suche nach der Flagge auf Rückblenden des erzählenden Mentors eingedampft und konzentriert sich in der Filmvariante auf die Mission selbst und den Konflikt mit den Rebellen. Dabei geht naturgemäß einiges an Nebenhandlungen verloren, was in der Serie gerade den Reiz ausmacht. Warum soll es Animes da anders ergehen als normalen Filmen, die nach Serien angelegt sind?

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Dennoch bleibt „Flag“ auch als Film sehenswert, was vor allem daran liegt, wie Regisseur Takahashi die Handlung aufbaut und die Journalisten in der Hauptstadt als Zwischenblenden einbaut. Takahashi hat übrigens auch die Zeichentrickserie zu den finnischen Kinderbuchklassikern „Die Mumins“ gedreht. „Flag“ ist praktisch als Dokumentarfilm konzipiert, der Kriegsberichterstattern und Fotoreportern bei der Arbeit über die Schulter schaut. Dabei vermitteln die Bildrahmen den Eindruck man blicke direkt durch eine Kamera, die gerade fotografiere oder aufzeichne.  Zeichentechnisch und stilistisch bleibt „Flag“ sowohl als Serie wie auch als Film im üblichen Rahmen, um nicht von der Handlung abzulenken.

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Die Perspektiveinschränkung funktioniert atmosphärisch sehr gut und auch die realistische Darstellung des Krisengebietes machen den Anime so außergewöhnlich. In einem Genre, das hierzulande entweder als Unterhaltung für Kids oder als actionlastige Science-Fiction wahrgenommen wird, beweist „Flag“, wie vielschichtig das Genre wirklich ist. Für ein Anime ist der dokumentarische Stil sehr ungewöhnlich und Science-Fiction-Anteile beschränken sich auf die Kampfroboter.

Fazit: Anime-Fans sind mit der Serie sicher besser beraten, auch weil sie es gewohnt sind, Handlung und Personen weit ausgebreitet zu sehen. Jedem, dem für Serien die Geduld fehlt, oder  Genre-Neulingen hingegen bietet der Film eine gute Alternative. Und sehenswert ist „Flag“ in jedem Fall.




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