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Film-Festival

Franks Flimmer Fest: Hits and Misses

fs @ Montag, 06.10.2008

Nachdem ich Euch, geneigte Leser, täglich vom Filmfest Hamburg berichtet habe, lege ich noch mal nach und ziehe Bilanz, würdige die verpassten (vermeindlichen) Glanzlichter und meine Gewinner.

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Nach mehr als 30 Filmen (und 10 Micromovies), also rund einem Drittel des Festivalangebots gibt es immer noch Filme, die ich gerne gesehen hätte. "Johnny Mad Dog" gehört dazu, nicht nur weil es dafür einen Preis gab. Doch das ist harte Kost und schien mir nicht kompatibel mit meinem "rein in den Film - raus aus dem Film - nächster"-Alltag. Für so ein Thema braucht es auch die Möglichkeit, sich hinterher noch einen Kopf zu machen.

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Auch der bewusste Verzicht auf den isländischen Film "Back Soon" und den tschechischen Beitrag "The Grapes" sind mir echt schwergefallen, aber bei beiden bin ich sicher, sie im regulären Kinoprogramm wiederzutreffen.

Die Kurzfilme im Rahmen des Festivals hätte ich auch gerne gesehen, schließlich war das früher mal eine angesehene Kunstform, die ich immer noch schätze. Spräche also nichts dagegen, im nächsten Jahr auch ein oder zwei "Kurzfilmrollen" auszustrahlen.

Hier meine Festival-Top 5:

1. "Frozen River" - das Highlight, gleich am Anfang und nie wieder eingeholt.

2. "Terribly Happy" - weil so moderner Blues aussieht.

3. "Of Time and City" - der mit Abstand ästehetischste Film.

4. "Eldorado" - weil mich jede Begegnung aufs Neue erstaunt hat.

5. "Seamstresses" - der Beweis, dass es immer weiter geht.

Filmische Phänomene, die mir aufgefallen sind gab es auch. Erwartungsgemäß gab es viele Beiträge mit explizit sozial-kritischem Anspruch oder Thema (gerade Armut), das war nicht anders zu erwarten. Offenbar ist aber auch sexuelle Gewalt gegen Frauen ein relevantes Film-Topic. Verstehe ich Film als Spiegel der Gesellschaft, so gibt es da enormen Handlungsbedarf. Das macht mich einfach sprachlos.

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Sprache ist ein weiteres Phänomen. Es ist erstaunlich, wie unterschiedlich die Qualität von Untertiteln sein kann: Einige waren richtiggehend schlecht oder wurden dem Filmgeschehen nicht gerecht. Entweder wurde unermüdliches Geplapper in fast sinnentstellende Kurzversionen gepresst, oder einfach unsensibel übersetzt - so wie: "realize that" als "stell dir das vor"- kann man machen, muss aber nicht sein.

Andererseits hat mir das babylonische Sprachgewirr auf der Leinwand wunderbare Momente geschenkt: all diese Sounds, diese ausgedrückten Gefühle, die Melodien. "Wordmonger", was auch immer das genau bedeuten soll, ist denn auch mein Festival-Lieblingsword.

Für meine Berichterstattung in der Zukunft lerne ich, dass Bildmaterial schon ganz schön ist. Vielleicht baue ich nachträglich noch ein paar Fotos ein. Ebenso werde ich mich auf weniger Filme beschränken und statt dessen besser schreiben. Im nächsten Jahr findet das Filmfest Hamburg vom 24. September bis zum 01. Oktober statt. Wir sehen uns.

Nochmals Dank für die Aufmerksamkeit.





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