Die Kunst zu gewinnen - Moneyball
Underworld Awakening
Dame, König, As, Spion
Zettl
Die Summe meiner einzelnen Teile

Porträts

Die seltenen Besuche des Daniel Day-Lewis

fs @ Mittwoch, 13.02.2008

Er ist unwidersprochen einer der großen Charakterdarsteller unserer Zeit. Trotzdem beehrt uns Daniel Day-Lewis nur alle Jubeljahre mit einem neuen Film. Am 14.Februar ist es wieder soweit:

ddl.jpg

Im Leinwandepos "There will be Blood" von Regisseur Paul Thomas Anderson ("Magnolia", "Punch Drunk Love") verkörpert der Ausahmeschauspieler den amerikanischen Ölpionier Daniel Plainview. Und auch für diese Rolle heimst Day-Lewis wieder enthusiastisches Kritikerlob ein.

Er ist unwidersprochen einer der großen Charakterdarsteller unserer Zeit. Trotzdem beehrt uns Daniel Day-Lewis nur alle Jubeljahre mit einem neuen Film. Am 14.Februar ist es wieder soweit: Im Leinwandepos "There will be Blood" von Regisseur Paul Thomas Anderson ("Magnolia", "Punch Drunk Love") verkörpert der Ausahmeschauspieler den amerikanischen Ölpionier Daniel Plainview. Und auch für diese Rolle heimst Day-Lewis wieder enthusiastisches Kritikerlob ein.

Er ist damit zum vierten Mal für den Oscar nominiert, den er für "Mein linker Fuß" 1989 auch als Preisträger mit nach Hause nahm, und gewann mit der Rolle jüngst den Preis der Schauspielergewerkschaft als bester Darsteller. Seit er 1985 mit "Mein wunderbarer Waschsalon" einem britischen Drama, das in der asiatischen Community angesiedelt ist, erste internationale Aufmerksamkeit erregte, steigerte sich das Ansehen des 1957 geborenen Daniel Day-Lewis ständig.

ddl1.jpg

In "Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins" spielt er an der Seite von Lena Olin und Juliette Binoche den tschechischen Arzt Tomas. Mit seiner Frau Teresa (Juliette Binoche) zieht er aus politischen Gründen in die Schweiz und erneuert das Verhältnis mit der Malerin Sabina (Lena Olin). Philip Kaufmanns Verfilmung des Romans von Milan Kundera verhilft Daniel Day-Lewis 1988 zum interationalen Durchbruch. Nur ein Jahr später brilliert er in "Mein linker Fuß", dem Drama um den spastisch gelähmten Maler Christy Brown. Während der Dreharbeiten besteht der Schauspieler darauf, auch in den Pausen im Rollstuhl zu sitzen. Eine extreme Annäherung an die Charaktere durch Mehtod Acting. Für diese Rolle gewinnt der Brite einen Oskar. Das intensive Hineinarbeiten in die Rollen behält er bei. Neben seiner ausgesuchten Rollenauswahl sicherlich ein wesentlicher Grund für das vergleichsweise seltene Auftreten auf der Leinwand.

ddl-father.jpg

Danach zieht sich Daniel Day-Lewis zurück und spielt erst drei Jahre später seine nächste Rolle in Michael Manns Literaturverfilmung "Der Letzte Mohikaner". Erneut steigert sich Day-Lewis in die Rolle und lebt einige Monate in der Wildnis, um sich vorzubereiten. 1993 dreht er mit Marin Scorcese das Kostümdrama "Zeit der Unschuld" und das IRA- Familiendrama "Im Namen desVaters", für das er erneut eine Oskarnominierung erhält.

In der Folge spielt er in der Verfilmung von Arthur Millers Theaterstück "Hexenjagd" (1996) und in "Der Boxer"(1997). Wieder eine Regiearbeit von Jim Sheridan, der schon "Im Namen des Vaters" drehte, diesmal mimt Day-Lewis einen nordirischen IRA-Aktivisten, der nach 14 Jahren aus der Haft entlassen wird und einen Neuanfang als Box-Trainer versucht. Danach herrscht Funkstille und der Schauspieler taucht vollständig ab.

gangslg.jpg

Erst 2002 beginnt er wieder Filme zu drehen und fasziniert in Martin Scorceses Drama "Gangs of New York". Scorcese verfolgt dieses ambitioniere Filmprojekt bereits seit 1978, aber stets kommt ihm etwas dazwischen. Selbst während der  Produktion wäre der Regisseuer mit dem aufwendigen Film fast gescheitert. Die beiden Hauptdarsteller DiCaprio und Day-Lewis verzichten auf Teile ihrer Gage, damit der Film beendet werden konnte. Während der Dreharbeiten kommt es zu extremen Reibereien und das Projekt wäre auch daran beinahe zerbrochen. Daniel Day-Lewis (Bill "the Butcher" Cutting) und Leonardo DiCaprio (Amsterdam Vallon) steigern sich derart in ihre Rollen hinein, dass sie sich während der gesamten Dreharbeiten anfeinden. In einer Szene bricht DiCapiro seinem Gegenpart die Nase, doch dieser besteht darauf, dass weiter gedreht wird. Day-Lewis behält seinen Filmakzent auch außerhalb der Dreharbeiten. Nach diesem Engagement legt der "Butcher" erneut eine Pause ein.

theballadofjackandrose_bigposter.jpg

In der ambitionierten Independent-Produktion "The Ballad of Jack and Rose"(2005) kehrt Daniel Day-Lewis als Jack Slavin zurück. Der alleinerziehender Vater lebt mit seiner 16-jährigen TochterRose (Camilla Belle) auf einer Insel in einer Kommune. Als er seine Freundin Kathleen (Catherine Keener) und ihre Söhne einlädt, geraten die Dinge außer Kontrolle und Jack wird gezwungen zu handeln. Der Film unter der Regie seiner Ehefrau Rebecca Miller, mit der er seit 1996 verheiratet ist, wurde zwar auf der Berlinale uraufgeführt, fand aber in Deutschland keinen Verleih.

Glücklicherweise passiert das mit "There will be Blood" auf keinen Fall, und der Kinozuschauer und Filmfan kommt endlich wieder in den Genuss der grandiosen Schauspielkunst des Daniel Day-Lewis. Ich freue mich.





Anzeige: