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DVD-Trend
Anne liebt Philipp: Liebesbriefe im Geheimversteck
Anne (Maria Anette Tanderöd Berglyd) ist zehn Jahre alt, geht in die fünfte Klasse, hat einen älteren Bruder und eine beste Freundin, Beate (Aurora Bach Rodal). Normalerweise hat Anne mit Jungs noch nichts am Hut, außer, dass sie sich von ihrem Bruder mal die Hose „leiht“. Ihre Klassenkameradinnen reden zwar von nichts anderem und schrieben immer Liebesbriefe an die Jungs - und umgekehrt, aber das findet Anne albern. Ganz besonders albern findet sie Ellen (Vilde Frederiksen Verlo), die so hübsch und so perfekt ist und schon im Fernsehen Shampoo-Werbung macht.
Als dann Philipp (Otto Garli) in die Klasse kommt, der gerade in das Spukhaus der eingemauerten Helga gezogen ist, findet Anne den Neuen heimlich doch ganz toll, aber das findet Ellen auch. Dagegen muss Anne etwas unternehmen.
Das wunderbare an skandinavischen Kinder- und Jugendfilmen ist, dass sie die Zuschauer nicht unterfordern und mit einer soliden Portion Realitätssinn erzählt sind. Sollte man eigentlich von allen Kinderfilmen erwarten, haut aber nicht immer hin. Es scheint mit einer anderen Einstellung der Jugend gegenüber zusammenzuhängen, die auch schon Astrid Lindgrens Geschichten ausgezeichnet. Insofern fügt sich der die hinreißende norwegische Komödie „Anne liebt Philip“ nahtlos in eine großartige Erzahltradition.
Regisseurin Anne Sewitzky nimmt sich die Romanvorlage von Vigdis Hjort und macht daraus einen mitreißenden und originellen Film. Der Roman heißt im Original „Jörgen + Anne = Sant“ und erschien hierzulande unter dem Buchtitel „Tilla liebt Philipp“. Doch wenn man die Namen erstmal aueinandergewuselt hat und Jörgen alias Philipp seinen für zehnjährige Mädchen unwiderstehlichen Charme auspackt, dann macht das Liebesabenteuer richtig Spaß.
Anne, die auch von ihrem Erlebnissen erzählt, ist von der Spukgeschichte fasziniert, die ihr Bruder erzählt hat und nun findet sie immer wieder parallelen zwischen ihrer eigenen Verliebtheit und der unglücklichen Liebe der eingemauerten Helga. Das mutet anfangs ein wenig schräg und ziemlich gruselig an, wird aber im Lauf der Geschichte absolut gelungen aufgeklärt und entspricht vielleicht auch dem absurden Gedanken, die Zehnjährige so aufschnappen.
Doch um Verliebtheit geht es eigentlich nur an zweiter Stelle: „Anne liebt Philipp“ erzählt mit einfachen, nachvollziehbaren Situationen aus dem Leben von Freundschaft, Feindschaft, Schulalltag, dem Wunsch man selbst zu sein und dem alltäglichen Wahnsinn, der kleine Energiebündeleben so auf Trab hält. Am Ende gibt es auch für Erwachsene noch zu lernen, Kinder doch bitte erst zu nehmen Auch wenn man sich mit Zehn angeblich noch nicht verlieben kann.
Fazit: „Anne liebt Philipp“ ist tolle, turbulente und dennoch realistische Jugendunterhaltung aus Norwegen, die mit viel Lebensfreude und eine gelungenen Geschichte bezaubert.
Meine Wertung:
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