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Wu Ji- Die Meister des Schwertes: Chinesisches Arthaus-Kino

fs @ Montag, 02.07.2012

Der Titel Täuscht gewaltig: In Chen Kaiges jüngstem Historienepos geht es weniger kriegerisch als vielmehr hochdramatisch zu. Der chinesische Regisseur inszeniert seine Parabel nach einen historischen Schauspiel und erzählt eine tiefgründige Saga von Macht, Rache und Familie.

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General Tu‘an Gu (Xqechi Wang) ist es leid von seinem König gedemütigt zu werden, dessen Familie, Zhao, seit Generationen die Macht in der chinesischen Provinz innehat. Der General schmiedet ein Verschwörungskomplott und als die schwangere Schwester des Königs kurz vor der Niederkunft steht, setzt Tu’an Gu seine Pläne um und löscht den gesamten Zhao-Clan aus. Der einfache Arzt Chen Ying (You Ge), der gerade selbst Vater geworden ist, weilt gerade bei der Schwester des Königs und sie bittet ihn, die Geburt einzuleiten und das Kind in Sicherheit zu bringen.

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Als die Häscher des Generals eintreffen, bringt die junge Frau sich um und der Arzt flieht mit dem Kind. Doch die List hat keinen Erfolg und der General lässt alle neugeborenen Jungen der Stadt gefangen nehmen, um den Erben der Zhaos ausfindig zu machen. Chen Ying lässt das Kind bei seiner Frau und wendet sich an einen Freund der Zhao-Familie, bei seiner Rückkehr ist der Erbe in den Händen des Generals, ohne dass dieser davon weiß. Durch eine dramatische Verkettung überleben nur Chen Ying und der unerkannte Erbe der  Zhaos. Der Arzt schmiedet einen perfiden Racheplan.

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Der chinesische Titel des jüngsten Werks von Regie Altmeister Chen Kaige („Lebe wohl, meine Konkubine“, Der Kaiser und sein Attentäter“) ließe sich am ehesten mit „Das Opfer“ übersetzen und damit wäre die dramatische Intention dieses historischen Dramas ziemlich gut umschrieben. In großartig choreographierten und stimmungsvollen Bildern entführt „Die Meister des Schwertes“ in ein China des Reiches Jin (ca. 5. bis 8.Jahrhundert). Doch die für Wuxia-Filme typische Schwertschwingerei steht nicht im Zentrum des Films. Die wenigen Kampfszenen allerdings überzeugen. Dennoch will die historische Parabel auf etwas gänzlich anderes hinaus und die dramatischen Verkettungen sind subtil ausgeführt und führen sich selbst ein ums andere Mal ad absurdum.

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Ebenso wie man anfangs nachvollziehen kann, welche Demütigungen dem General zu seinem Putsch treiben, sind die Rachegedanken des Arztes nur allzu verständlich. Doch die Rachepläne Chen Yings zielen darauf ab, in seinem erwachsenen Zögling Wut zu erzeugen und dem General zugleich einen schmerzhaften Verlust beizubringen. Dazu begibt sich der Arzt in die Dienste des Generals und  baut ein Vertrauensverhältnis zwischen Tu’an Gu und dem Zhao-Erben auf, dass sich im Laufe der Jahre verselbständigt und von Chen Ying nicht mehr zu kontrollieren ist. An dieser Stelle werden auch die traditionellen Wertbegriffe wie Ehre, Familie, Loyalität und Gehorsam filmisch hinterfragt und mit Konsequenz zu Ende gedacht.

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„Wu Ji – Die Meister des Schwertes“ ist ein sehenswertes Drama, das filmisch mit dem Mitteln eines Genrefilms ein tiefschürfendes Drama zu erzählen weiß. Gelegentlich wirken einige Szenen etwas langatmig, wie das bei asiatischen Filmen manchmal der Fall ist, weil die Ausdrucksmöglichkeiten der Charaktere beschränkt sind im historischen Zusammenhang eine sehr auf äußere Disziplin bedachten Gesellschaft. Dennoch weiß die filmische Interpretation des klassischen Theaterstückes „Das Waisenkind aus der Familie Zhao“ zu gefallen.

Fazit: Wer auf historische Ritterspiele aus dem Land der Mitte steht, wird sich bei „Wu Ji – Die Meister des Schwertes“ definitiv langweilen. Wer allerdings ein stimmig inszeniertes historische Drama zu würdigen weiß, kommt in den Genuss eines sehenswerten Werkes von einem Meister seines Faches, der mit seinem Frühwerk dem chinesischen Film neue Impulse gab.  
 




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