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On the Run: Wem man vertraut

fs @ Montag, 05.12.2011

In dem französischen Action-Thriller „On the Run“ der gerade als DVD- und Blu-ray-Premiere erschienen ist, trifft der verurteilte Räuber Franck Adrien eine fatale Entscheidung und bringt seine Familie in höchste Gefahr. Hilft alles nichts, die kurze Reststrafe kann Franck nicht mehr absitzen. „On the Run“ punktet mit viel Tempo und gewagten Stunts.

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Franck Adrien (Albert Dupontel) sitzt wegen eines Raubüberfalls im Knast. Die Beute ist sicher versteckt. Nicht einmal Francks Frau weiß wo, obwohl die Geldsorgen überhand nehmen und Francks Tochter dringend eine Sprachbehandlung bräuchte, da sie stumm ist. Franck hat nur noch wenige Wochen seiner Strafe abzusitzen, als er einen neuen Zellengenossen bekommt. Der harmlos wirkende Hänfling Jean-Louise Maurel (Stephané Debac) soll ein Kinderschänder sein und von Anfang an haben die nicht gerade zimperlichen Knackis den Neuen auf dem Kieker. Doch Maurel beteuert seine Unschuld. Eines Nachts wollen ein paar Gefangene unter Mithilfe der Wärter dem Mädchenmörder eine Abreibung verpassen. Franck hält sich zunächst raus, aber als es zu brutal wird, greift er ein und rettet Maurel das Leben.

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Als der freikommt, weil sein Urteil revidiert wurde, schickt Franck ihn mit einer Nachricht zu seiner Frau. Kurze Zeit später erscheint der ominöse Polizist Carrega (Sergi López) im Gefängnis: Maurel ist alles andere als unschuldig, sondern ein gefährlicher Psychopath, und nur aus Mangel an Beweisen frei gelassen worden. Francks Familie ist in höchster Gefahr. Als er eine Abreibung bekommen soll, nutzt Franck die Chance auszubrechen und gerät in einen gnadenlosen Wettlauf gegen die Zeit. Während die toughe junge Kommissarin Claire Linné (Alice Taglioni) an seinen Fersen klebt.

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Mit seinen fünften Spielfilm „On the Run“ (Originaltitel: „La Proie“) liefert der französische Regisseur Eric Valette einen packenden Thriller in allerbester „Auf der Flucht“-Manier ab. Sein durchtrainierter Hauptdarsteller Albert Dupontel überzeugt mit seinem körperbetonten Spiel und einigen waghalsigen Szenen. Der Actioner setzt auf Tempo und liegt damit richtig. Hier kommt die Vorliebe der Franzosen für Parkour zum Tragen, wenn sich Franck Hals über Kopf aus Fenstern und auf fahrende Züge stürzt oder zu Fuß auf der Stadtautobahn unterwegs ist.

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Zwar sind in dem Szenario nicht alle Figuren tiefgründig ausgearbeitet, aber die Charaktere passen in die Story. Keine Frage, für psychologische Feinheiten ist bei dem hohen Tempo nicht viel Platz, aber darum geht es „On the Run“ auch nicht, sondern darum, das Adrenalin-Level konstant hoch zu halten. Das gelingt erstaunlich gut und für das Genre auch erfrischend eigen. Eric Valette verzichtet bei der Inszenierung auf bombastische, computergenerierte Effekte und setzt stattdessen auf handgemachte Action. Das passt perfekt zur Story und bietet spannende Unterhaltung.

Während die beiden filmischen Ausflüge des Regisseurs nach Amerika („Tödlicher Anruf“ und „Hybrid“) bei der Kritik nicht gerade auf ungeteilte Gegenliebe stießen, sind seine französischen Produktionen deutlich gelungener. Fast so als fühle sich der Regisseur zuhause am wohlsten. Das würde sein Held in „On the Run“ wohl auch, wäre da nicht ein Psychopath am Werk.

Fazit: „On the Run“ bietet gute Action-Unterhaltung mit extrem viel Tempo und einem französischen Ansatz der ein wohltuendes Gegengewicht zum Einheitsbrei der amerikanischen Action-Produktionen bietet. Das ist mir eine knappe 7 wert.




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