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Metaller die auf Brüste starren: Was geht ohne Met?

fs @ Freitag, 06.05.2011

Eine erstaunliche Dokumentation eröffnet den Festivalsommer und wagt - nicht immer ästhetische - Einblicke in die Fanseelen und -kehlen auf dem legendären Wacken-Open Air. „Männer die auf Brüste starren“ ist auf krude Weise faszinierend und lustig, auch wenn jeder, der schon einmal ein Rock-Festival besucht hat, das Prozedere eigentlich kennt.

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Zwei junge Filmemacher begeben sich im Schutz ihrer Freunde und bewaffnet mit Kamera und Mikrofon auf das Wacken Open Air (WOA) 2010. Das seit 1990 stattfindende Festival hat sich inzwischen zum weltgrößten Heavy Metal Festival gemausert und lockte im vergangenen Jahr rund 75.000 Fans aus aller Welt in das schleswig-holsteinische Dorf Wacken. Ihr Ziel ist weniger die Darstellung der Musik als eine anthropologische Studie am Fan in freier Wildbahn; so richtig biererst wird es allerdings nicht.

Habt Ihr eigentlich auch ein Konzert gesehen?

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„Metaller die auf Brüste starren“ ist allerdings keine alltägliche Dokumentation, sondern beleuchtet das Fanleben während des Ausnahmezustands. Welche Begleitumstände, ja Zustände, nehmen Fans auf sich, um ihren Idolen zu huldigen? Oder geht es am Ende gar nicht um Musik? Es geht jedenfalls nicht nur um Musik, sondern auch darum, eine gute Zeit zu haben, was gemeinhin mit hohem Bierkonsum und damit verbundenem Alkoholpegel einher geht. So ist die Gerstenkaltschale auch der eigentliche Treibstoff der gesamten Veranstaltung.

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An dieser Stelle sei klargestellt, dass Wacken und die Heavy Metal Fans sich nahtlos in die Tradition des Rockfestivals fügen, die mit Woodstock begann. Bei anderen Festivals lebt sich der Fan ebenso aus. Die beiden Filmemacher Thorsten Hänseler und Dmitry April erfüllen sich mit der trashigen Doku einen Traum und nehmen sich selbst auch gehörig auf die Schippe und haben sichtlich Spaß.

Was ist denn das Schlimmste in Wacken?

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Viele der Festivalbesucher sind Wiederholungstäter, was der ganzen Veranstaltung den Aspekt eines großen Familientreffens gibt. Folglich unterscheidet sich „Metaller die auf Brüste starren“ in der Machart auch nicht sonderlich von Onkel Jürgens Homevideo über Omas Geburtstag.

Im Stil einer Expedition macht sich die Kamera auf den Weg durch die Terra Incognita des Festival-Drumherums: Fans werden zu Interviews gezwungen oder präsentieren aus eigenem Antrieb absurde Kunststückchen wie das Zerbeißen von Bierdosen. Der Metaller tummelt sich auf dem Campinggelände und im örtlichen Schwimmbad, sofern er nicht gerade dem infernalischen Lärm lauscht. Und ja, es gibt viele Umstände, die so ein Rockfestival schwer erträglich machen. Das Schlimmste ist allerdings, wenn das Bier alle ist.

Fazit: „Metaller die auf Brüste starren“ ist ein Film von Fans für Fans über Fans. Die Doku unterhält ausgesprochen authentisch und lebensecht, ja festivalnah, und mit einigem Mut zur Hässlichkeit. Für die einen ist es ein Auswuchs der Jugendkultur, für die anderen die Sehnsucht nach einem Paralleluniversum.




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