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Briefe an Julia - Die Schnulzenkönigin des Jahres

ah @ Donnerstag, 19.08.2010

Der Liebesfilm "Briefe an Julia" ist eine konkurrenzlose Schnulzbombe mit einem außergewöhnlichen Aufhänger und hochkarätiger Besetzung.

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Als die New Yorker Journalistin Sophie (Amanda Seyfried) zusammen mit ihrem Verlobten, dem angehenden Restaurantbesitzer Victor (Gael García Bernal), in seine Heimat fliegt, hofft sie auf ein paar unbeschwerte, romantische Urlaubstage. Führt sie die Reise doch nach Verona, die Stadt von Romeo und Julia! Schnell muss Sophie jedoch feststellen, dass Victors Leidenschaft eher der italienischen Kochkunst als ihr und der Schönheit Veronas gilt. Sie begibt sich daraufhin allein auf Entdeckungstour durch die Gassen der Altstadt und findet unverhofft die Romantik, die sie gesucht hat: „Julias Sekretärinnen“ – vier Frauen, die jeden Tag Briefe von Liebenden aus aller Welt beantworten, die sich in Herzensangelegenheiten an Julia wenden.

Während Victor auf der Suche nach kulinarischen Genüssen durchs Land reist, schließt sich Sophie den Frauen an. Als sie den über 50 Jahre alten Brief von Claire (Vanessa Redgrave) findet, nimmt das Schicksal seinen Lauf: Von Sophies einfühlsamer Antwort tief berührt, kehrt Claire zurück an den Ort ihrer Jugend und begibt sich gemeinsam mit Sophie und ihrem Enkel Charlie (Christopher Egan) auf die Suche nach ihrer großen Liebe, die sie einst zurücklassen musste. Eine Reise durch die wunderschöne Landschaft der Toskana beginnt.

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Die Besetzung
Regisseur Gary Winick ("30 über Nacht") präsentiert als Heldinnen der Romanze "Briefe an Julia" Oscar-Preisträgerin Vanessa Redgrave, die Grande Dame des europäischen Kinos, und  Amanda Seyfried ("Mamma Mia!"). Die Männer an ihrer Seite sind Altmeister Franco Nero – er und Redgrave sind übrigens auch im wahren Leben ein Paar –, Frauenschwarm Gael García Bernal und Newcomer Christopher Egan.
In Verona, der Heimat des wohl berühmtesten Liebespaars Romeo und Julia, nimmt die Geschichte ihren Lauf und die Zuschauer mit auf eine Reise quer durch das idyllische Italien. Ganz nebenbei beschreibt Winick das Phänomen rund um den "Club di Giulietta", der seit vielen Jahrzehnten Briefe von Verliebten aus aller Welt beantwortet. Der Club wurde 1972 von Giulio Tamassia in Verona gegründet. Ehrenamtliche Helferinnen beantworten hier jedes Jahr mehrere Tausend Briefe, die an Julia - die tragische Heldin aus "Romeo und Julia" - gerichtet sind.


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Kritik
"Briefe an Julia" ist ein romantischer Liebesfilm, der vor der pittoresken Kulisse Italiens spielt. Diese Kombination gleitet leider sehr schnell ins kitschige ab. Der Film lässt kein Klischee aus - weder bei den amerikanischen noch bei den englischen und erst recht nicht bei den italienischen Charakteren der Geschichte. Dabei ist auch noch die Handlung sehr einfach gestrickt und hält keine Überraschungen für die Zuschauer parat. Da wird es im Kinosessel schnell ein bisschen langweilig und selbst die schönen Landschaftsaufnahmen und Kamerafahrten durch die italienischen Altstädte können das nicht wieder rausreißen. Den Höhepunkt der Schnulzigkeit erklimmt der Liebesfilm am Ende, und dieses Finale dürfte selbst eingefleischten Romantikfreaks etwas zuviel sein.

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Dennoch haben die Drehbuchautoren José Rivera und Tim Sullivan mit dem "Club di Giuletta" einen schönen Aufhänger für den Film gefunden und auch die idyllischen Bilder der Toskana machen richtig Spaß. Schauspielerisch kann eine großartige Vanessa Redgrave überzeugen: Sie spielt die Rolle der Großmutter mit sehr viel Herz, ohne dabei ins Melodramatische abzugleiten. Beachtlich ist ebenfalls die Leistung von Amanda Seyfried in der Hauptrolle der Sophie.



Fazit: Wer die Romantikwelle abreiten möchte und sich auch nicht an einer mit Klischees überladenen Handlung stört, ist mit dem Film bestens beraten. Wer allerdings ein bisschen mehr Tiefgang braucht, wird sich in "Briefe an Julia" sehr schnell langweilen.




Meine Wertung:


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