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DVD-Trend
A Serious Man – Die Leiden des Juden Larry
Eigentlich lebt Larry Gopnik ein beschauliches Leben in einer kleinen jüdischen Gemeinde im Mittleren Westen der USA. Er ist ein liebender Ehemann, fürsorglicher Vater und erfolgreicher Professor. Aber irgendwie läuft plötzlich nichts mehr so wie gewohnt. Larrys Gattin verlangt die Scheidung, um mit ihrem selbstgefälligen neuen Liebhaber zusammenleben zu können. Sein Sohn hat Probleme in der Schule, die Tochter bestiehlt ihn, um sich eine Nasenkorrektur finanzieren zu können. Sein psychisch labiler Bruder hockt nur noch auf der Couch herum.
Als dann auch noch sein Job in Gefahr ist, weil ein unzufriedener Student ihn zu bestechen versucht, kann dem vom Schicksal so arg gebeutelten Professor nur noch ein Rabbi helfen - Glaubt er zumindest. So beschließt er, sich Hilfe bei einem solchen zu holen. Doch auch das ist leichter gesagt als getan...
Die Gebrüder Coen
Nach ihrem Oscar-prämierten „No Country for old Men“ und der Spionagesatire „Burn after Reading“ folgt nun der nächste Streich der Brüder Joel und Ethan Coen. Wie schon bei „Fargo“, besetzten die unkonventionellen Regisseure die Rollen größtenteils mit unbekannten Darstellern, die sie bei lokalen Castings am Drehort in Minneapolis fanden. Selbst Hauptdarsteller Michael Stuhlbarg („Der Mann, der niemals lebte“) dürfte den wenigsten Zuschauern bekannt sein.
Die unbekannten Gesichter schmälern die schauspielerische Darbietung jedoch in keinem Fall. Die Coen-Brüder beweisen einmal mehr ein gutes Gespür für ihre Besetzung. Der Cast überzeugt bis in die Nebenrollen und das nicht nur einzeln, sondern auch als jüdische Gemeinde.
Eine etwas andere Komik
Weniger mit Action und Spannung, dafür aber umso mehr mit skurrilen Charakteren und absurden Situationen bestückt, mausert sich „A Serious Man“ erst nach und nach zu einem charmanten und liebevoll inszenierten Film. Vor allem die vielen Verweise und Anspielungen auf den Glauben und das Judentum werden vielen Zuschauern zu schaffen machen oder sie einfach genüsslich lachen lassen.
Der sonderlich schwarze Humor der Coen-Brüder wird nicht jedem Zuschauer zusagen. Egal ob es sich um ein abstruses Gleichnis eines Zahnarztes handelt, einen Rabbi der Larry nur „Wir können nicht alles wissen“ entgegnet, merkwürdige Dialoge, die zu nichts führen oder der Drogenrausch mit der freizügigen Nachbarin - der Humor des Films wird die Lager spalten wie eh und je.
So richtig spannend oder aufregend wird es leider selten. Der Film lebt von seinen schrulligen Charakteren und dem kaum zu ertragenden Pech des Familienvaters, dessen Leben völlig den Bach heruntergeht. Qualvoll muss der Zuschauer 90 Minuten lang die Leiden des Juden Larry mit ansehen, stets mit einer gehörigen Portion Mitgefühl und dem Wissen nicht einschreiten zu können.
Die Extras
Das Bonusmaterial auf der DVD lässt kaum noch Wünsche offen. Es gibt Trailer zu diesem und zu anderen Filmen, ein Making of, ein Interview mit dem Hauptdarsteller und verschiedene Featurettes. Unter den Feauturettes befindet sich zum Beispiel „Hebräisch für Nicht-Juden“. In diesem Clip werden kurz die hebräischen Begriffe, die im Film vorkommen erklärt. In „Creating 1967“ geht es um die Kostüme, die Ausstattung und die Wahl des Drehorts. In allen Clips kommen Regisseure, Produzenten, Aufnahmeleiter und die Darsteller zu Wort. Zu guter Letzt enthält das Bonusmaterial noch B-Roll-Aufnahmen von den Dreharbeiten.
Fazit: Die Hollywood-Action verwöhnten Zuschauer sollten bei „A Serious Man“ nur unter Vorbehalt zugreifen. Die Dramödie – eine Mischung aus Drama und Komödie - muß man sich auf der Zunge zergehen und das gebeutelte Schicksal des vorbildlichen Juden Larry auf sich einwirken lassen. Zuschauer, die den Film bereits kennen und ihn sich von der Wohnzimmer-Couch aus erneut ansehen wollen, freuen sich über ausführliches Bonusmaterial.
Meine Wertung:
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