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Dein schlimmster Alptraum: Verdammnis

fs @ Donnerstag, 04.02.2010

Wer schon „Verblendung“, den ersten Teil der „Millenium“-Trilogie, gesehen hat, dem muss man die Fortsetzung nicht großartig ans Herz legen. Auch alle anderen Krimi- und Thrillerfans kommen in „Verdammnis“ voll auf ihre Kosten, ohne den ersten Teil zu kennen.

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Die Geschehnisse aus „Verblendung“ liegen eine Zeit zurück und Lisbeth Salander (Noomi Rapace) hat sich fernab der schwedischen Heimat in Einsamkeit begeben. Doch dann betreibt sie Ermittlungen gegen ihren Vormund Nils Bjurman (Peter Anderson) und kehrt nach Schweden zurück.

Zeitgleich werden Erka Berger (Lena Endre) und Mikael Blomkvist (Michael Nyquist) von einem jungen Journalisten Informationen über einen Ring von Mädchenhändlern angeboten, der sich in Schweden bis in höchste Politikkreise ausgebreitet hat.

Blomkvist will einen Artikel in der Zeitung „Millenium“ veröffentlichen und beginnt weitere Untersuchungen anzustellen.

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Dann wird Bjurman tot aufgefunden und Lisbeth ist die Hauptverdächtige. Doch Blomkvist will das nicht glauben und versucht, ihre Unschuld zu beweisen. Doch auch die in Bedrängnis geratene Clique alter Männer ist hinter Lisbeth her und nutzt ihren Einfluss, um Lisbeth und Mikael unschädlich zu machen.

So, mehr wird nicht verraten, da sonst die Gefahr zu spoilern allzu hoch ist. Man kann zwar davon ausgehen, dass viele die Buchvorlage schon kennen, aber bei Krimis wird einfach nicht vorweggenommen, wer der Mörder ist. Immerhin gehört die „Millenium“-Trilogie von Stieg Larsson zu den bestverkauften schwedischen Thrillern überhaupt.

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War anfangs noch davon die Rede, dass die weiteren beiden „Millenium“-Verfilmungen direkt ins Fernsehen kommen sollten, so war der unerwartete und europaweite Erfolg von „Verblendung“ sehr schnell Grund genug, auch „Verdammnis“ und „Vergebung“ (Kinostart im Juni 2010) ins Kino zu bringen.

„Verdammnis“ setzt auf den Vorgänger noch einen drauf: Mehr Action, mehr Spannung, mehr Gewalt und mehr Sex. Und das tut dem Thriller gut. Auch wenn die Verfilmungen die menschlichen Abgründe nicht so explizit ausloten, wie es die Romane tun.

Bildlich bleibt Verdammnis im Rahmen, inhaltlich hat man es allerdings mit so üblen Auswüchsen des Bösen zu tun, wie man es bei der Handlung erwarten kann.

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Dabei liefern vor allem die beiden Hauptfiguren, die weitgehend parallel agieren, erneut eine mitreißende Darstellung und Noomi Rapace darf diesmal actiontechnisch zeigen, was sie so drauf hat. Regisseur Daniel Alfredson, der auch für den dritten Teil verantwortlich ist, setzt auf hohes Tempo, ohne den Bogen dabei zu überspannen. Als Zuschauer kommt man von einem gewissen Adrenalinpegel gar nicht wieder runter, kann der ausgeklügelten Handlung aber jederzeit folgen.

Das ist hohe Kunst, die sich Alfredson unter anderem mit einigen „Kommissar Beck“ Fällen und einigen Verfilmungen von Kerstin Ekman („Varg“) erarbeitet hat. Außerdem kann er sich auf ein souverän funktionierendes Drehbuch von Jonas Frykberg („Die Totenglocke“) verlassen.

Fazit: Selten waren zweieinhalb Stunden so kurzweilig und beinahe durchgehend hoch spannend. Dabei kommt allerdings die Handlung niemals zu kurz. „Verdammnis“ hält allen Erwartungen stand und bietet großartige, actiongelanden Thriller-Kost.
 




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