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Film-Festival
Franks Flimmer-Fest 09: Tag 9 - Freitag
Nach der mexikanischen Wüste also die kulturelle Wüste New York. Da ist es nur folgerichtig, dass auch mein letzter Festivalfilm in einer Wüste spielt.
"The White Meadows" (OT: "Keshtzar haye sepid") erzählt das Märchen von einem alten Tränensammler, der über einen Salzsee rudert und die Tränen der Anwohner sammelt. Die Legende sagt, er mache daraus Perlen. Eines Tages soll Rahmat, der Sammler, die Leiche eines schönen Mädchens mitnehmen, doch statt dessen hat er unerwartet einen Jungen an Bord, der seinen Vater suchen will. Als stummer und tauber Assistent begleitet der Junge den Alten auf seiner Rundreise durch die Salzwüste.
"The White Meadows" fesselt nicht nur aufgrund der entrückten, bizarren Landschaft, sondern auch mit exzentrischen Episoden. Mir kommt mehr als einmal die Parallele zu Terry Gilliams Bildwelten in den Sinn. Doch der Film des iranischen Regisseurs Mohammad Rasoulof speist sich aus einem anderen kulturellen Hintergrund. Mit ruhiger Hand webt er die Geschichte vom Tränensammler zu einem sehr poetischen Werk mit einem überraschendem Ende. (7/10)
Der Film gibt mir auch ein wunderbares Schlussbild mit auf den Weg, das ich als stimmigen Abschluss empfinde. So widerstehe ich der Versuchung, mir noch einen Film anzuschauen. Der Filmtag war eher durchwachsen und ich merke, dass mir zwar nicht die Tränen ausgehen, aber die Worte.
Die Gewinner der Filmpreise und ein persönliches Fazit kommen am Montag. Für heute bleibt mir noch, meine finalen "Top 5" anzugeben. Bitteschön:
1. "One Week"
2. "All Tomorrow"s Parties"
3. "Cold Souls"
4. "The Soloist"
5. "Castro".
Heute, am Samstag, gibt es noch die Gelegenheit tolle Filme zu schauen, auch "One Week" und "All Tomorrow's Parties" laufen noch einmal. Freunde, Hamburger, Leute: Geht ins Kino! Wer weiß, wann die Filme in Deutschland anlaufen.
Viel Spaß.