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Film-Festival
Franks Flimmer-Fest 09: Tag 9 - Freitag
Doch wie das so ist mit Vorschusslorbeeren und vermeintlicher Papierform, häufig lauert auch eine Enttäuschung. "Wadley" entpuppt sich leider als Totalausfall.
Die einsame Sinnsuche des jungen Mannes auf der Leinwand wird mit einer Handkamera gefilmt und wortlos begleitet. Er geht durch die mexikanische Wüste, sucht Peyote und will sein Bewusstsein erweitern. Das ist ein legitimes Anliegen, zumal im Film, und es gibt Werke, die diesem Anliegen gerecht werden, so schwierig es einzufangen ist.
Regisseur Matias Meyer entscheidet sich dafür, einfach den Sucher in der Kakteen- und Strauchwüste zu beobachten. Ein Mann in der Natur. Doch der Film funktioniert - zumindest bei mir - definitiv nicht. Das "Tune in" klappt nicht. Die überwältigende Landschaft kommt aufgrund des Handkamera ungefähr gar nicht rüber. So bleibt ein motivloser Drughead, oder auch nicht, der lange braucht, bis er Peyote findet und sich auf die innere Reise machen kann.
Dann wartet der Zuschauer mit dem Protagonisten auf die einsetzende Wirkung. Doch auch davon merkt man nicht viel: Zeitlupen, Nachtaufnahmen, Taumel, ansonsten pures Beobachten von - nichts. Das war mir zu wenig. Obwohl der Film nur 60 Minuten dauert, hält mich schon nach der ermüdenden Anfangssequenz, dem Gang in die Wüste, nur die Hoffnung, etwas möge geschehen. Ist aber nicht, daher gehe ich auch nach soliden 50 Minuten. "Wadley" mag meditativ und kontemplativ sein, mir hat sich der Reiz definitiv nicht erschlossen. (3/10)
Eigentlich kann es mit dem nächsten Film nur besser werden, und mit "Burning Down the House: The Story of CBGB" sehe ich einen Film, auf den ich mich schon seit Tagen freue.
Mandy Stein, die Regisseurin, weiß wovon sie erzählt, auch wenn sie im Gründungsjahr 1973 des legendären New Yorker Clubs noch nicht geboren war. Als Tochter der Ramones-Mangerin Linda Stein setzt sie dem Club und dessen inzwischen verstorbenem Gründer Hilly Krystal ein filmisches Denkmal.
Ausgehend von der drohenden und letztlich unabwendbaren Schließung des CBGBs dokumentiert "Burning Down The House" sowohl die vergeblichen Bemühungen, den Club zu erhalten, als auch die wichtigen und einflussreichen Stationen dieser Musikinstitution. Dabei wird schnell klar, dass der Club und sein Gründer untrennbar verbunden sind.
Aus Interviews, Fotos, Live-Aufnahmen und Stimmen aus der Politik ergibt sich eine Eindruck, eine Hommage und ein Abgesang. Am Ende wird der Club als Institution in die Rock'n'Roll Hall of Fame aufgenommen, die Einrichtung museal aufbereitet. Mir wird melancholisch, ob dieses unrebellischen Aktes. Filmisch ist "Burning Down the House" eher konventionell gehalten, wie man das von einem Dokumentarfilm eben erwartet. So wird der Film wohl auch nur für Punk- und Hardcore-Fans interessant sein. (6/10)

