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Film-Festival

Franks Flimmer-Fest 09: Tag 7 - Mittwoch

fs @ Donnerstag, 01.10.2009

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Mein Filmfest-Mittwoch startet mit einem sehnlich erwarteten Film und im Tagesverlauf stelle ich fest, das Wettergeschehen beeinflusst auch das Kino. Mein ambitionierter Plan sechs Filme zu schauen erweist sich als unmöglich. Immerhin, "Angel Mine", "Room and a Half", "Emma Blank" und "Cold Souls" schaffe ich.

Sollte es etwa ein Motto des Tages geben, so ist es der obere Saal des Abaton, in dem heute meine drei Akkreditierten-Vorstellungen stattfinden. So ist denn auch, wohlwollend, das Streben nach Höherem ein Leitmotiv meines Filmtages.

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Sophie Barthes' Spielfilm-Debut "Cold Souls" kannte ich schon vom sehenswerten Trailer. Der versprach Einiges, und der Film erfüllt meine Erwartungen vollständig. Der Schauspieler Paul (Paul Giamatti) steckt während der Proben zu Chechovs Theaterstück "Onkel Wanja" in einer kreativen Krise und schafft es nicht mehr zwischen dem unleidlichen Charakter und sich selbst zu unterscheiden.

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Sein Agent macht ihn auf ein Unternehmen aufmerksam, das Seelen extrahiert und einlagert. Verzweifelt probiert Paul das aus, lagert seine Seele ein und fühlt sich besser. Aber zu gut für das Stück, deshalb mietet er für zwei Wochen die Seele eines russischen Dichters. Das läuft auch nicht rund und der Schauspieler will seine eigene Seele zurück, doch die ist verschwunden. Über den Schwarzmarkt ist sie nach Russland gelangt und verhilft einer untalentierten Soap-Darstellerin zu mehr Tiefgang.

"Cold Souls"
beschert mir einige der witzigsten Szenen des gesamten Festivals, ist unterhaltsam und tiefgründig und zeigt Giamatti in Hochform wie seit seiner Paraderolle in "American Splendor" nicht mehr. Die nächste Falaffel, die ich genieße, wird diesem wunderbaren Film gewidmet sein. (8/10)

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Nach zu kurzer Pause schaffe ich es gerade wieder, genug geistigen Kapazitäten für das 130-minütige "Room and a Half" freizuräumen (OT: "Poltory komnaty ili sentimentalnoe puteshestvie na rodinu"). Die fantasievolle Film-Biografie des russischen Dichters und Nobelpreisträgers Joseph Brodsky bezaubert mit animierten Passagen und einer nicht gerade linearen Handlung. Brodsky wird als junger Mann aus der UdSSR ausgewiesen und geht nach Amerika. Eingebettet in eine Reise zurück nach Sankt Petersburg gibt sich der alte Mann seinen Erinnerungen hin.

Regisseur Andrey Khrzhanovskiy ist in seiner Heimat vor allem für seine Dokumentar- und Zeichentrickfilme bekannt, in "Room and a Half" hat er das kurzweilig einfließen lassen. ((7/10)




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