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Film-Festival
Franks Flimmer-Fest 09: Tag 6 - Dienstag
Das ändert sich auch beim nächsten Programmpunkt nicht. Statt wie ursprünglich geplant das italienische Thriller-Drama "As God Commands" zu schauen, wähle ich den neuseeländischen Sport-Klassiker "off the Edge" aus zwei Gründen (abseits vom Film): ich war während des Festes noch nicht im 3001 und meine Holde begleitet mich nachher zu Max Manus, da muss ich ja nicht auch noch zu spät erscheinen.
"Off The Edge" ist ein recht spezieller Klassiker. Zwar war der neuseeländische Dokumentarfilm mal für den Oscar nominiert gewesen, ich weiß aber jetzt, warum er keinen bekam. Wer einen tollen Landschaftsfilm erwartet, ist hier dann doch nicht richtig und einige der abzählbaren Zuschauer hatten wohl auch mehr regionales Flair erwartet. Im Grunde begleitet Regisseur und Kameramann Michael Firth zwei passionierte Skiläufer und Extremsportler bei ihrem Neuseeland-Ski-Abenteuer.
Die beiden sind ausgemachte Hippies und die für die damalige Zeit tollen Aufnahmen der Berge und Abfahrten werden begleitet von leicht esoterischem Selbsterfahrungsgeschnacke und enervierender Musik. Mal dudeln psycheldelische Klangsphären durchs Kino, mal Fahrstuhl-Jazz, dann wieder Hippie-Folk. Dennoch muss "Off the Edge" wohl als Kultfilm bezeichnet werden, denn Extrem-Skiing pioniermäßig auf Film zu bannen, ist schon beachtlich und setzt Maßstäbe. Ach ja, Hanggleiten (Para-Gliding) gab's auch noch, gleichfalls toll gefilmt. Wirklich grandios (bei geschlossenen Ohren) waren die Aufnahmen im Inneren des Gletschers. Ich freue mich über die Kuriosität und das authentische des Films und die Gewissheit mehr gesehen zu haben als nur eine Sportdoku. (5/10)
Zum Abschluss des Film-Tages schaue ich mir den norwegischen Blockbuster "Max Manus" an, der auch gerne in einem größeren Kino hätte stattfinden können als im kleinen Abaton. Der Saal ist voll und die Stimmung gut.
"Max Manus" erzählt die Geschichte vom Widerstandskämpfer Manus, der im Zweiten Weltkrieg gegen die deutsche Besatzungsmacht kämpft. Zusammen mit seinen Gefährten wird er in Schottland zum Saboteur ausgebildet und kehrt nach Norwegen zurück. Der Film hat alle Zutaten, die großes Kino braucht. Und es fällt leicht zu verstehen, warum "Max Manus" in seiner Heimat ein riesiger Erfolg war. Dramaturgisch mache ich allerdings Längen aus und das Ende zieht sich doch ein wenig. Immerhin, meiner Holden gefällt es sehr gut, was immer ein Zeichen für mich ist, nicht allzu abgehoben zu werden. (6/10)
"Max Manus" wurde übrigens gerade als norwegischer Beitrag für den Auslandsoskar nominiert und der mehrfach preisgekrönte Film hat mit dem Thema sicher Chancen. Dennoch liegt der Vergleich mit dem dänischen Blockbuster "Tage des Zorns" nahe und ich gestehe, dass ich den deutlich bevorzuge. Auch hat mich "Hellsinki", der finnische Beitrag zur "Eurovisuell" - Reihe eher beeindruckt, das lag aber wohl am Thema, denn beide Filme spielen qualitativ in der gleichen Liga.
Der Dienstag ist gelungen. Zum Abschluss noch meine aktuelle Top 5: 1. "One Week", 2. "Der Solist", 3. "Casto", 4."Coco & Igor", 5. "Land of Madness".
So, das Kino ruft. bis morgen.

