|
|
|
|
|


Moviekult
Life: Einhandklatschen beim LAPD
Dabei unterscheidet sich „Life“ auf den ersten Blick nicht von anderen modernen Serienformaten: Es gibt ein kauziges Protagonistenpaar, das zwangsweise zusammengefügt wurde, einen roten Faden, der sich durch die einzelnen Episoden schlängelt und in jeder Folge eine abgeschlossene Kriminalhandlung. Der Fall wird mit einer Mischung aus Witz, Spannung und Skurrilität präsentiert und mit Intuition und solidem Handwerk gelöst.
Die Ausgangssituation der Serie ist ebenso simpel wie ausbaubar: Der Cop Charlie Crews (Damien Lewis) saß zwölf Jahre unschuldig wegen Mordes im Knast. Dank seiner engagierten Anwältin kommt er wieder heraus: um eine Millionenschwere Entschädigung reicher und wieder auf seinem eingeklagten Arbeitsplatz bei der Polizei von Los Angeles. Klar, dass man ihn dort nicht haben will. Seine neue Vorgesetzte Dani Reese (Sarah Shahi) bekommt den Rückkehrer zwangsweise als Partner verordnet, weil sie Mist gebaut hat und während eines Undercover-Einsatzes drogenabhängig wurde. Jetzt müssen diese beiden angeknacksten Existenzen miteinander klarkommen. Doch erstaunlicherweise funktionieren sie als Ermittlerduo sehr erfolgreich.
Der rote Faden von „Life“ ist das Bemühen von Charlie Crews den wahren Mörder zu finden, an dessen Stelle er jahrelang gesessen hat. Die Zeit im Gefängnis hat er nur überstanden, weil er sich mit dem Zen-Buddhismus beschäftigt hat. Diese Spiritualität hat Crews beibehalten und er erstaunt und nervt seine Kollegen konstant mit Zen-Sprüchen und seiner zugegeben seltsamen Art, von dem Obsttick ganz zu schweigen. Doch häufig genug ist es genau diese Weltsicht, die zur Aufklärung der Fälle verhilft. Und ein ziemliches Maß an eigenmächtigem Handeln, denn Crews interessiert sich nur ganz am Rande für seine Dienstvorschriften.
„Life“ ist mit allem ausgestattet, was gute Serienformate ausmacht. Die richtige Mischung aus Witz und Dramatik, Spannung, coole Musik und absurde Fälle, Running Gags und Slapstick und vor allem einer tolle Besetzung. Dabei enthält „Life“ wie jede gute Serie und jeden guten Film mehrere Erzähl- und Bedeutungsebenen, auf die man sich als Zuschauer einlassen kann.
Reese und Crews funktionieren als Gespann perfekt und Damian Lews ist ein Glücksfall für die Serie. Der rothaarige Engländer ist die ideale Besetzung für den unkontrollierbaren Ex-Häftling, der immer auch seine eigenen Ziele verfolgt und nicht selten mit sich selbst hadert. Häufig ist sein Zen einfach nur ein ganz und gar vorgeschobenes Aggressionsventil.