Docteur Knock – Ein Arzt mit gewissen Nebenwirkungen

Erscheinungsdatum: 22.02.2018

Die Geschichte, die Lorraine Lévy („Der Sohn der Anderen“) in „Docteur Knock – Ein Arzt mit gewissen Nebenwirkungen“ erzählt, basiert auf einem Bühnenstück aus dem Jahr 1923: In „Knock oder Der Triumph der Medizin“ geht es um einen skrupellosen Arzt, der den vor Gesundheit strotzenden Bewohner eines Dorfs einredet, dass sie dringend medizinische Hilfe brauchen. Mit seiner makabren Komödie wollte Autor Jules Romains die Leichtgläubigkeit der Menschen anprangern. Lorraine Lévy hat die Handlung nicht nur in die Fünfzigerjahre verlegt, sie hat auch den Tonfall der Geschichte verändert. Der von Omar Sy („Ziemlich beste Freunde“) gespielte Arzt ist längst nicht so durchtrieben wie sein historisches Vorbild. Durch die Liebe zu der lungenkranken Adèle (Ana Girardot aus „Der Wein und der Wind“) wird er schließlich geläutert. „Docteur Knock“ hätte eine hellsichtige Satire auf ein Gesundheitssystem werden können, dessen Vorsorgekonzept aus gesunden Menschen potenzielle Pa­tienten macht. Doch die Geschichte ist so brav inszeniert, dass man sich bisweilen an „Don Camillo und Peppone“ erinnert fühlt (weil Knock von den Dorfbewohnern vergöttert wird, fürchtet der Pfarrer um seine Vormachtstellung). Lorraine Lévys Komödie ist ein Film ohne Risi­ken und Nebenwirkungen.

Quelle: cinema.de

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