Herzschmerz, Fremdschämen und Lachanfälle: Die sechs schönsten Kinofilme über Lotto-Gewinne

Der große Traum vom Lottogewinn inspiriert auch die Traumfabrik immer wieder aufs Neue: Das sind unsere sechs Lieblingsfilme über unverhoffte Reichtümer und was sie mit den Menschen machen. (via: Tipp24)

1. Millionen
Wieder mal komplett danebengehauen mit den Lottozahlen? Dann empfehlen wir zur Aufheiterung „Millionen“, eine so deprimierende Darstellung eines Lottogewinns, wie sie wohl nur der deutsche Film hinbekommt. Schon die Szene, in der der tragische Held Torsten (Andreas Döhler) erfährt, dass er den Jackpot geknackt hat, lässt Schlimmes ahnen, denn Torsten ist völlig zufrieden mit seinem Angestelltendasein und möchte gar nichts ändern. Aber wer plötzlich 22 Millionen Euro auf der Tasche hat, will sich doch ein paar Wünsche erfüllen? Will er nicht. Und das geht allen, zum Beispiel seiner Frau Susanne (Carola Sigg), furchtbar auf die Nerven. Lektion nach 85 Filmminuten: Es gibt Schlimmeres als Verschwendungssucht.
(Deutschland 2013, Buch und Regie: Fabian Möhrke)

 

 

 

 

2. Die Tuschs
Das komplette Gegenprogramm: Die französische Lotto-Komödie „Die Tuschs“, in der eine die Arbeitslosigkeit als Tradition zelebrierende Asi-Familie das große Los zieht und beschließt, fortan ein standesgemäßes Leben da zu führen, wo man als unkultivierter Neureicher noch gern gesehen ist: Monaco. Ganz so einfach gestaltet sich das Leben in der neuen Heimat dann doch nicht, trotz aller Ermahnung des Familienpatriarchen (mit einer imposanten Pudelfrisur ausgestattet: Jean-Paul Rouve), sich doch bitte wie echte Manni, äh, Moni, nee, warte mal, also auf jeden Fall so zu benehmen, dass man nicht dumm auffällt. Spoiler: Klappt nicht. Klappt gar nicht.
(Frankreich 2010, Regie: Olivier Baroux, Buch: Chantal Lauby)

 

 

 

 

 

3. Luks Glück
Gut, wir wollen fair sein: Auch das deutsche Kino kann leichtfüßige Lotto-Komödien. In „Luks Glück“ trifft es eine deutsch-türkische Familie, und anders als in „Millionen“ dreht der tragische Filmheld Luk (René Vaziri) hier angemessen durch, als er die freudige Nachricht vom Lotto-Gewinn erhält. Nur um sich dann auf dem Familiensofa zwischen den Eltern wiederzufinden, die mit dem gemeinsamen Gewinn ein Hotel in der alten Heimat Kappadokien anschaffen wollen. Dass Luk mit seinem Anteil lieber der schönen Krankenschwester Gül (Aylin Tezel) eine Gesangskarriere ermöglichen will, sorgt für ein wunderbares Familiendrama, um dessen Umsetzung Filmemacherin Ayse Polat sechs Jahre lang kämpfen musste. Ein Glück für uns, dass sie durchgehalten hat.
(Deutschland 2012, Buch und Regie: Ayse Polat)

 

 

 

 

4. Lang lebe Ned Devine
Für Freunde der etwas leiseren Gangart: Das britische Film-Kleinod „Lang lebe Ned Devine“ ist vielleicht der schönste Film, der je über einen Lottogewinn gedreht worden ist. Ein abgehängtes Dorf in einem einsamen Winkel Irlands versucht gemeinsam, den Lottogewinn seines geschätzten Bürgers Ned Devine zu retten – der vor lauter Glück mit dem Siegerlos in der Hand das Zeitliche gesegnet hat. Was tun? Die Lösung: Dem anreisenden Lotterie-Beauftragten vorspielen, dass der Verschiedene noch am Leben ist? Wir sagen: Das geht so liebenswert-tollpatschig über die Bühne, dass man vor Rührung in sein Guinness weinen will.
(Großbritannien/Frankreich 1998, Buch und Regie: Kirk Jones)

 

 

 

 

 

5. Zwei Millionen Dollar Trinkgeld
Wenn wir die Tränendrüsen schon mal in Gang gebracht haben, können wir auch gleich eine Schippe drauflegen: „Zwei Millionen Dollar Trinkgeld“ ist nicht nur deswegen so rührend, weil Nicholas Cage darin so grazil und welpenäugig über die Leinwand stolpert, dass man gar nicht glauben mag, als was für ein Fleischklops er sich später durch Actionmachwerke wie „Con Air“ schwitzen wird. Auch die Aschenputtel-artige Geschichte ist zu schön: Ehrlicher Cop teilt seinen Lottogewinn mit armer Kellnerin (Bridget Fonda), sehr zum Unmut seiner gierigen Gattin (Rosie Perez), und jetzt dürfen Sie mal raten, was dann passiert. Hach!
(USA 1994, Regie: Andrew Bergman, Buch: Jane Anderson)

 

 

 

 

 

6. Charlie und die Schokoladenfabrik
Der plötzliche Reichtum, das unverhoffte Glück offenbaren die wahren Qualitäten eines Charakters. Das lehrt uns das Kino. Und wenn im Drehbuch alles mit rechten Dingen zugeht, so werden nur die guten Seelen reich beschenkt. Weswegen es die reine Freude ist, in Tim Burtons Umsetzung des Roald-Dahl-Klassikers vier ausgesprochen unangenehme Kinder an ihren Charakterschwächen scheitern zu sehen, als sie durch einen Lotteriegewinn die seltene Ehre bekommen, die sagenumwobene Schokoladenfabrik des exzentrischen Fabrikanten Willy Wonka (fantastisch gekleidet: Johnny Depp) zu besuchen. Nur der ebenso
arme wie unschuldige Charlie Bucket erweist sich als würdig und so herzensgut, dass man ihn vom Fleck weg adoptieren möchte. Dass Hauptdarsteller Johnny Depp mittlerweile ob seines opulenten Lebenswandels selbst den einen oder anderen Lotto-Gewinn gebrauchen könnte, stört unser Glück nicht wesentlich.
(USA 2004, Regie: Tim Burton, Buch: John August)

 

via: Tipp24

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